Morbus Bechterew ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung, die für Betroffene oft eine große Belastung darstellt. Insbesondere Frauen erleben häufig eine lange Phase der Ungewissheit, da die Symptome bei ihnen subtiler und weniger eindeutig sind als bei Männern. Umso wichtiger ist es, die typischen Anzeichen zu erkennen, um frühzeitig Klarheit zu schaffen und die richtigen Schritte zur Behandlung zu ermöglichen. Im Folgenden erfahren Sie, welche Beschwerden bei Frauen besonders häufig vorkommen und wie sie sich von den typischen Symptomen bei Männern unterscheiden. 

Das Wichtigste in Kürze

  • Morbus Bechterew betrifft sowohl Männer als auch Frauen, aber die Anzeichen können bei Frauen untypischer und weniger offensichtlich sein.
  • Typische Symptome wie Rückenschmerzen und Versteifung der Wirbelsäule schreiten bei Frauen langsamer voran.
  • Frauen haben häufiger Beschwerden an Gelenken außerhalb der Wirbelsäule, was zu längeren Diagnoseprozessen führen kann.
  • Bestimmte Symptome wie Fatigue, Schmerzen und Einschränkungen der Beweglichkeit sind bei Frauen oft stärker ausgeprägt.

Häufige Symptome von Morbus Bechterew bei Frauen 

Morbus Bechterew wird oft als „Männerkrankheit“ betrachtet, da die Erkrankung häufiger bei Männern diagnostiziert wird. Allerdings wird die Häufigkeit bei Frauen möglicherweise unterschätzt, da die Krankheit bei ihnen oft milder verläuft und daher später erkannt wird. Die Symptome von Morbus Bechterew können bei Frauen weniger auffällig sein und sich schleichender entwickeln. Zu den häufigsten Beschwerden, die bei Frauen beobachtet werden, gehören: 

  • Rückenschmerzen, insbesondere im unteren Rücken, die oft nachts oder in Ruhe auftreten. Diese Schmerzen sind bei Frauen oft weniger intensiv als bei Männern. 
  • Beschwerden der Wirbelsäule und Gelenke, vor allem morgens nach dem Aufwachen, die sich im Laufe des Tages durch Bewegung bessert. 
  • Augenentzündungen (Uveitis), die sich durch Augenrötungen, Lichtempfindlichkeit und Schmerzen äußern, treten sowohl bei Männern als auch bei Frauen häufig auf und können ein wichtiges Frühwarnzeichen sein. 
  • Fatigue (chronische Erschöpfung), ein Gefühl tiefer Müdigkeit und Erschöpfung, das nicht durch Ruhepausen verschwindet, ist ein häufiges Symptom bei Morbus Bechterew und betrifft Frauen noch mehr als Männer. Mehr zur Behandlung von Fatigue und Tipps für den Alltag erfahren Sie hier. 
  • Begleiterkrankungen wie chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (Colitis ulcerosa, Morbus Crohn) und Schuppenflechte (Psoriasis) können ebenfalls ein Zeichen für Morbus Bechterew sein. 

Diese Symptome können den Alltag erheblich beeinflussen und werden nicht selten mit anderen Erkrankungen verwechselt. 

Unterschiede zwischen Frauen und Männern 

Obwohl die Grundsymptome von Morbus Bechterew bei Männern und Frauen ähnlich sind, zeigen Frauen oft eine abweichende Ausprägung. Diese Unterschiede betreffen sowohl den Krankheitsbeginn als auch den Verlauf und die spezifischen Beschwerden. 

Späterer Krankheitsbeginn 

Bei Frauen tritt Morbus Bechterew häufig später auf, oft erst im mittleren Erwachsenenalter, während Männer früher betroffen sind. Zudem verläuft die Erkrankung bei Frauen oft langsamer und weniger auffällig. Diese schleichende Entwicklung führt nicht selten zu einer verzögerten Diagnose, da die typischen Anzeichen nicht sofort erkannt werden. Für viele Frauen bedeutet dies, dass sie lange Zeit mit den Symptomen leben, was die Frustration und Unsicherheit erhöhen kann 

Weniger ausgeprägte Versteifung der Wirbelsäule 

Die Versteifung der Wirbelsäule ist bei Männern ein auffälliges und typisches Symptom, das meist schneller und deutlicher voranschreitet. Bei Frauen hingegen ist dieser Prozess langsamer und weniger stark ausgeprägt. Dadurch werden die Symptome oft übersehen oder nicht als Hinweis auf Morbus Bechterew wahrgenommen. Frauen, die immer wieder über Rückenschmerzen und Steifheit klagen, sollten diese Symptome deshalb nicht unterschätzen.

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Höhere Schmerzintensität und stärkere Einschränkung der Beweglichkeit 

Studien zeigen, dass Frauen häufig über stärkere Schmerzen berichten als Männer. Diese erhöhten Schmerzempfindungen beeinflussen den Alltag erheblich und erschweren die Bewältigung alltäglicher Aufgaben. 

Frauen sind zudem oft stärker in ihrer Beweglichkeit und körperlichen Funktionsfähigkeit eingeschränkt als Männer, selbst wenn sie weniger sichtbare Veränderungen an der Wirbelsäule aufweisen. Diese Einschränkungen beeinträchtigen die Fähigkeit, sich normal zu bewegen und alltäglichen Aktivitäten nachzugehen. 

Häufigere Gelenkbeschwerden außerhalb der Wirbelsäule 

Während Männer oft mit Schmerzen im unteren Rückenbereich reagieren, zeigen Frauen häufiger Symptome an den peripheren Gelenken. Entzündungen in Knie, Hüfte oder Schultern sind typisch für Frauen mit Morbus Bechterew. Diese Entzündungen äußern sich durch: 

  • Schwellungen 
  • Überwärmung an den betroffenen Gelenken 
  • Bewegungseinschränkungen 

Zusätzlich berichten viele Frauen über Schmerzen in den kleinen Gelenken, besonders in den Händen und Füßen.  

Handlungsempfehlungen für Frauen mit Morbus Bechterew 

Wenn Sie als Frau von anhaltenden Rücken- oder Gelenkschmerzen betroffen sind, die sich durch Bewegung bessern, oder wiederholt Augenrötungen, Lichtempfindlichkeit oder Verdauungsprobleme haben, sollten Sie einen Rheumatologen oder eine Rheumatologin aufsuchen. Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung können den Krankheitsverlauf erheblich verbessern. Frauen sind oft subtiler von den Symptomen betroffen, was eine genaue Beobachtung und rechtzeitige ärztliche Abklärung umso wichtiger macht. 

Wenn Sie mehr über die allgemeinen Symptome von Morbus Bechterew erfahren möchten, lesen Sie unseren ausführlichen Artikel zum Thema. Ein umfassendes Wissen kann Ihnen helfen, die Anzeichen frühzeitig zu erkennen und entsprechende Maßnahmen zu ergreifen. 

Geprüft durch unser pharmazeutisches Team

Sofia Westermann, pharmazeutische Expertin

„Die Pharmazie ist eine faszinierende Wissenschaft. Ein ganz wichtiger Grund für mich, Apothekerin zu werden, war es, dass ich damit anderen Menschen helfen kann.“ 

Für Apothekerin Sophia Westermann ist Pharmazie nicht nur ein Beruf, sondern eine Passion. Menschen mit ihrem Wissen zu unterstützen, hat für sie oberste Priorität. Als pharmazeutische Expertin garantiert sie daher die Richtigkeit der Inhalte im apo Magazin und prüft diese vor einem wissenschaftlichen Hintergrund. 

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