Die Diagnose Multiple Sklerose (MS) ist ein einschneidender Moment, der viele Fragen und Unsicherheiten aufwirft. Plötzlich steht man vor der Herausforderung, regelmäßige Arzttermine zu planen, und weiß oft nicht, wo man anfangen soll. Erfahren Sie hier, welche Fachärzt:innen und Therapeut:innen bei der Behandlung von MS eine Rolle spielen, welche Aufgaben sie haben und worauf Sie achten sollten, um bestmögliche Unterstützung zu erhalten. 

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Behandlung von MS erfordert, dass Ärzt:innen und Therapeut:innen aus verschiedenen Bereichen zusammenarbeiten. 
  • Hausärzt:innen und Neurolog:innen sind oft die ersten Anlaufstellen zur Ermittlung der Diagnose. 
  • Psychotherapie und Physiotherapie spielen eine zentrale Rolle in der Behandlung von MS. 
  • Je nach Krankheitsbild werden weitere Fachkräfte in die Behandlung einbezogen, um alle Aspekte der Erkrankung abzudecken

So arbeiten verschiedene Ärzte bei MS zusammen 

Eine effektive Betreuung der MS erfordert sowohl die fachliche Kompetenz von Ärzt:innen als auch die Zusammenarbeit unterschiedlicher medizinischer Disziplinen. Da MS vielfältige Symptome verursacht, ist oft ein Team aus mehreren Fachärzt:innen  und Therapeut:innen notwendig, um alle Aspekte der Erkrankung abzudecken. 

Jede:r Arzt bzw. Ärztin oder Therapeut:in ist auf einem bestimmten Bereich spezialisiert, und gemeinsam bilden sie ein fachübergreifendes Team, das darauf abzielt, Ihre Lebensqualität zu erhalten. Am Anfang kann es überfordernd sein, mit Spezialist:innen aus verschiedenen Fachbereichen zu kommunizieren, aber diese abgestimmte Zusammenarbeit stellt sicher, dass alle Facetten der Krankheit bestmöglich behandelt werden. 

Hausärzte: Ihre erste Anlaufstelle 

Hausärzt:innen spielen eine wichtige Rolle bei der Betreuung von Menschen mit Multipler Sklerose. Oft sind sie der erste Ansprechpartner, wenn neue Symptome auftreten oder es um die allgemeine gesundheitliche Betreuung geht. Diese kennen die Krankengeschichte ihrer Patient:innen oft gut. So können sie Probleme frühzeitig erkennen, die Betroffene selbst möglicherweise noch gar nicht bemerkt haben. Zu den Aufgaben der Hausärzt:innen gehören: 

  • Akute Betreuung: Bei plötzlichen Symptomen, die nicht unbedingt mit MS zusammenhängen, wie Infektionen, Erkältungen oder anderen akuten Gesundheitsproblemen, ist der Hausarzt oder die Hausärztin die erste Anlaufstelle. 
  • Regelmäßige Check-ups: Hausärzt:innen führen regelmäßige Gesundheitsuntersuchungen durch, wie Blutdruckmessungen oder Blutuntersuchungen, die zur allgemeinen Gesundheit beitragen und Auswirkungen der MS-Erkrankungen aufzeigen können. 
  • Überweisungen zu Fachärzt:innen: Hausärzt:innen stellen Überweisungsscheine aus und koordinieren die Betreuung durch Spezialist:innen wie Neurolog:innen oder Physiotherapeut:innen 
  • Allgemeine medikamentöse Versorgung: Während Neurolog:innen die spezifischen MS-Therapien überwachen, kümmern sich Hausärzt:innen um die Verschreibung und Überwachung von allgemeinen Medikamenten, z. B. für Begleiterkrankungen oder bei Bedarf auch Schmerzmittel. 

Neurologen: Die Spezialisten bei MS  

Während Hausärzt:innen die allgemeine Betreuung übernehmen, sind Neurolog:innen (Fachärzt:innen für das Nervensystem) die zentralen Ansprechpersonen für MS. Von der Diagnose bis hin zur laufenden Behandlung überwachen sie den Verlauf der Erkrankung. Die wichtigsten Aufgaben der Neurolog:innen sind: 

  • Diagnose und Untersuchungen bei Verdacht auf MS: Mithilfe von MRT-Scans und Liquoranalysen (Untersuchung des Nervenwassers) können Neurolog:innen MS diagnostizieren. 
  • Verlaufskontrolle bei bestätigter MS: Mindestens einmal jährlich sollte eine Kontrolluntersuchung erfolgen. Nach einem Schub oder dem Beginn einer neuen Therapie sind zusätzliche Termine erforderlich.  
  • Verordnung und Anpassung der verlaufsmodifizierenden Therapien: Neurolog:innen entscheiden, welche Medikamente eingesetzt werden, um den Verlauf der MS zu verlangsamen und Schübe zu reduzieren. Sie passen diese Therapien im Laufe der Zeit an den Krankheitsverlauf an und sind zuständig für die Überwachung und das Management von möglichen Nebenwirkungen. 
  • Beratung zu neuen Therapieoptionen: Neurolog:innen bleiben auf dem neuesten Stand der Forschung und können Patient:innen über aktuelle Behandlungsansätze und klinische Studien informieren.

Physiotherapeuten: Beweglichkeit trotz MS erhalten 

Bewegungseinschränkungen und Muskelprobleme sind häufige Symptome bei MS. Physiotherapeut:innen unterstützen dabei, Muskeln zu stärken, Bewegungsabläufe zu verbessern und Schmerzen zu lindern. Zu den häufigsten physiotherapeutischen Maßnahmen bei MS gehören: 

  • Gezielte Kräftigungsübungen: Physiotherapeut:innen  erstellen individuelle Trainingspläne, um die Muskulatur zu stärken und die Mobilität zu fördern. 
  • Spastikbehandlung: Bei Muskelsteifigkeit (Spastiken) können spezielle Dehnübungen helfen. 
  • Balance- und Gleichgewichtstraining: Diese Übungen verbessern die Koordination und verringern das Risiko von Stürzen. 

Ergotherapeuten: Hilfe bei Alltagsaktivitäten 

Für Menschen mit MS kann der Alltag oft zu einer Herausforderung werden, da gewohnte Tätigkeiten plötzlich schwerfallen. Ergotherapeut:innen unterstützen MS-Patient:innen dabei, ihre Alltagsfähigkeiten zu erhalten oder wiederzuerlangen. Sowohl ambulant als auch stationär im Rahmen einer Rehabilitation helfen sie durch gezielte Übungen, Feinmotorik und Koordination zu verbessern. Typische Schwerpunkte der Ergotherapie sind: 

  • Einsatz von Hilfsmitteln: Ergotherapeuten beraten zu Hilfsmitteln, die das tägliche Leben erleichtern, wie z. B. Greifhilfen oder spezielle Essbestecke. 
  • Training der Feinmotorik: Durch gezielte Übungen werden motorische Fähigkeiten erhalten oder verbessert, sodass Tätigkeiten wie Schreiben, Anziehen oder Kochen leichter fallen. 

Psychotherapeuten: Unterstützung bei psychischen Belastungen 

Die MS kann für Betroffene eine große emotionale Belastung darstellen und ihre Psyche stark beeinflussen. Psychotherapeut:innen helfen Patient:innen, mit den psychischen Herausforderungen, die mit der Erkrankung einhergehen, umzugehen. Häufig treten bei MS Depressionen, Angstzustände oder Anpassungsstörungen auf. Psychotherapeut:innen bieten dabei eine wertvolle Unterstützung durch: 

  • Gesprächstherapien: Diese helfen den Betroffenen, ihre Gefühle zu verarbeiten und mit den psychischen Belastungen besser umzugehen. 
  • Stressbewältigung: Spezielle Techniken wie Achtsamkeit oder kognitive Verhaltenstherapie können helfen, Stress zu reduzieren und den Alltag besser zu bewältigen. 

Weitere Fachärzte bei spezifischen MS-Symptomen 

Je nach individuellen Symptomen können auch weitere Fachärzt:innen in die Behandlung einbezogen werden. Dazu gehören: 

  • Orthopäd:innen: Bei Gelenk- oder Rückenschmerzen, die durch Bewegungseinschränkungen entstehen, helfen Orthopäd:innen durch gezielte Therapien und orthopädische Hilfsmittel. 
  • Logopäd:innen: Diese unterstützen bei MS-Patient:innen die Wiederherstellung oder Verbesserung der Sprach-, Sprech- und Schluckfunktionen durch gezielte therapeutische Übungen, um Kommunikationsprobleme und Schluckstörungen zu lindern. 
  • Kardiolog:innen: Obwohl MS selbst das Herz nicht direkt betrifft, können durch Bewegungsmangel und Fatigue Kreislaufprobleme entstehen. Kardiolog:innen überwachen die Herzgesundheit und beraten zu präventiven Maßnahmen. 
  • Augenärzt:innen: Sehstörungen zählen zu den häufigsten Frühsymptomen der MS. Augenärzt:innen kümmern sich um die Diagnose und Behandlung von Sehproblemen. Sie führen spezielle Tests durch, um die Sehschärfe zu überprüfen und verschreiben bei Bedarf Medikamente, um Entzündungen zu lindern und das Sehvermögen zu stabilisieren. 
  • Urolog:innen: Blasenprobleme sind bei MS weit verbreitet. Viele Patient:innen haben Schwierigkeiten, die Blase zu kontrollieren oder leiden unter häufigem Harndrang. Urolog:innen sind auf die Behandlung dieser Symptome spezialisiert und bieten gezielte Therapien an, wie das Beckenbodentraining. 

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Felix Hoffman, pharmazeutischer Experte

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Felix Hoffmann lebt für die Pharmazie und bringt eine große Expertise in der Beratung mit. Mit seinem fundierten Wissen garantiert er die hohen Qualitätsstandards der pharmazeutischen Inhalte auf apo.com. 

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