Gesunder Schlaf und seelische Gesundheit sind untrennbar miteinander verbunden. In der heutigen Zeit haben viele Menschen mit täglichen Herausforderungen im Berufs- und Privatleben zu tun, was zu Schlafstörungen und chronischem Stress führen kann und letztlich die Lebensqualität beeinträchtigt. Aber nicht nur das, denn Schlafmangel und anhaltender Stress können auch die Gesundheit negativ beeinflussen und das Risiko für zahlreiche Erkrankungen wie Diabetes Typ 2 und Bluthochdruck erhöhen. Daher sind ein ausgewogener Schlaf und eine gute Schlafhygiene von entscheidender Bedeutung, sowohl für die mentale als auch für die physische Gesundheit. Im folgenden Artikel finden Sie einfach umzusetzende Tipps bei Schlafstörungen und wie diese Sie gleichzeitig beim Stressabbau unterstützen können.

Warum ist Schlaf wichtig?

Schlaf ist ein essenzieller biologischer Prozess, der weit mehr ist als nur eine tägliche Ruhepause. Während wir schlafen, durchläuft unser Körper wichtige Reparatur- und Erholungsprozesse. In diesen Stunden werden nicht nur körperliche Verletzungen geheilt, sondern auch unser Immunsystem gestärkt, welches uns vor Krankheiten schützt. Der Schlaf spielt außerdem eine fundamentale Rolle für den reibungslosen Ablauf unserer hormonellen Prozesse. Erwachsenen wird empfohlen, zwischen 7 bis 9 Stunden pro Nacht zu schlafen, damit körperliche Prozesse optimal stattfinden können. Um die Gesundheit zu schützen und zu erhalten, können einige Tipps bei Schlafstörungen helfen.

Schlafmangel und seine Auswirkungen auf die körperliche und psychische Gesundheit

Schlafmangel kann zu einer Vielzahl gesundheitlicher Probleme führen. Dazu gehören körperliche Beschwerden wie eine erhöhte Anfälligkeit für Infektionen, aber auch psychische Beschwerden, wie Angststörungen, Depressionen und verminderte Fähigkeit zur Stressbewältigung. Im Zusammenhang mit chronischen Erkrankungen erhöht Schlafmangel das Risiko für verschiedene Gesundheitsprobleme wie Bluthochdruck und Typ-2-Diabetes. Dies ist darauf zurückzuführen, dass Schlafstörungen zu Hormonstörungen führen können und damit die Insulinsensitivität beeinflussen können. Außerdem kann es durch eine vermehrte Ausschüttung von Hormonen wie Cortisol und Adrenalin zu einer Verengung der Blutgefäße kommen. Schlafentzug wirkt sich auch auf den Appetit aus, indem er den Leptinspiegel (ein Sättigungshormon) senkt, was zur Gewichtszunahme und zu Übergewicht führen kann. Darüber hinaus verschärft Schlafmangel die Symptome von chronischen Entzündungskrankheiten wie rheumatoider Arthritis und Multipler Sklerose (MS). Eine Studie, deren Ergebnisse im Journal of Neurology Neurosurgery & Psychiatry veröffentlicht wurden, legt sogar nahe, dass Jugendliche, die weniger als sieben Stunden Schlaf pro Nacht bekommen, ein erhöhtes Risiko für Multiple Sklerose haben. Daher ist ausreichend qualitativer Schlaf von entscheidender Bedeutung, um die Gesundheit zu bewahren und das Risiko für verschiedene chronische Erkrankungen zu reduzieren.

Tipps bei Schlafstörungen: Gewohnheiten für einen gesunden Schlaf

Oftmals sind Schlafstörungen auf ungünstige Schlafgewohnheiten zurückzuführen. Mitunter können aber auch andere Gründe zu Schlafstörungen beitragen, z. B. das Schlafapnoe-Syndrom sowie andere Erkrankungen, Drogen, Medikamente, die Wechseljahre, Schichtarbeit aber auch Umgebungsgeräusche. Schlafstörungen, die auf falsche Schlafgewohnheiten zurückzuführen sind, lassen sich oft schon mit einfach Mitteln beheben. Hier haben wir sieben Tipps bei Schlafstörungen für Sie zusammengetragen, die Ihnen helfen, Ihre Schlafqualität zu verbessern und gleichzeitig Stress zu bewältigen:

1. Regelmäßiger Schlaf-Wach-Rhythmus

Der menschliche Körper wird von einem komplexen Netzwerk von Hormonen und dem zirkadianen Rhythmus gesteuert. Der zirkadiane Rhythmus ist wie unsere innere Uhr, die etwa alle 24 Stunden wiederkehrt und unser Schlaf-Wach-Verhalten beeinflusst. Er wird von Hormonen gesteuert, die als chemische Botenstoffe im Körper wirken. Melatonin und Cortisol spielen hier eine entscheidende Rolle. Melatonin, oft als Schlafhormon bezeichnet, wird vom Körper produziert, wenn es dunkel ist, und hilft, den Schlaf einzuleiten. Es ist also wichtig, vor dem Schlafengehen Lichtquellen zu minimieren, um die natürliche Produktion von Melatonin zu unterstützen. Cortisol hingegen, oft als Stresshormon bekannt, erreicht morgens um 8 Uhr seinen Höhepunkt und hilft dabei, uns wach zu machen.

Gut zu wissen

Der zirkadiane Rhythmus spielt außerdem eine entscheidende Rolle bei weiteren biologischen Prozessen im Körper, einschließlich der Regulation von Blutdruck, Herzfrequenz und Blutzuckerspiegel. Bei Menschen, die gegen ihren natürlichen zirkadianen Rhythmus leben, wie beispielsweise Schichtarbeiter, kann dies zu Störungen führen, die das Risiko für verschiedene Gesundheitsprobleme erhöhen, einschließlich Diabetes Typ 2 und Bluthochdruck.

Daher ist Regelmäßigkeit hier das Stichwort: indem wir zu festen Zeiten aufstehen und zu Bett gehen, unterstützen wir unseren Körper dabei, einen stabilen Schlaf-Wach-Rhythmus zu entwickeln. Legen Sie daher eine feste Schlafenszeit fest, um sicherzustellen, dass Sie genügend Schlaf bekommen. Diese sollte bestenfalls auch während des Urlaubs und am Wochenende beibehalten werden, um den Körper in einem konstanten Rhythmus zu halten.

2. Abendliche Rituale

Durch die Einführung einer entspannenden Abendroutine kann der Übergang des Gehirns zum Schlaf erleichtert werden. Beginnen Sie etwa 30 bis 45 Minuten vor dem Schlafengehen mit Aktivitäten, die das Zentralnervensystem beruhigen, wie das Ausschalten von hellen Lichtern, das Vermeiden stimulierender Aktivitäten, Meditation, Lesen, das Hören entspannender Musik, Zähneputzen und das Anziehen von Schlafkleidung. Es ist wichtig, erst ins Bett zu gehen, wenn Sie wirklich müde sind. Falls Sie innerhalb von 30 Minuten nicht einschlafen können, ist es ratsam, aufzustehen und einer beruhigenden Aktivität wie Lesen nachzugehen, um ihren Kopf von den Gedanken des Tages zu befreien. Eine solche Routine kann besonders hilfreich sein, wenn Sie Schlafprobleme haben, da sie dazu beiträgt, einen ruhigen und entspannten Geisteszustand zu schaffen, der förderlich für einen guten Schlaf ist.

3. Optimale Schlafumgebung

Ihre Schlafumgebung spielt eine wichtige Rolle für einen gesunden Schlaf. Stellen Sie sicher, dass Ihr Schlafzimmer ruhig, dunkel und kühl ist. Dunkelheit ist wichtig, da sie die Ausschüttung von Melatonin, einem Schlafhormon, fördert. Eine kühle Temperatur im Schlafzimmer ist ebenfalls förderlich, da die Körpertemperatur natürlich während des Schlafs sinkt. Tatsächlich reduziert sich unsere Körpertemperatur um bis zu 1 Grad Celsius, was Energie spart und dem Körper ermöglicht, sich zu erholen. Wenn dieser natürliche Mechanismus gestört wird, können wir anfangen zu schwitzen und Schlafstörungen erleben. Es ist ratsam, die Raumtemperatur prinzipiell nicht über 23 Grad Celsius ansteigen zu lassen, aber hierbei ist auch Ihr persönliches Empfinden wichtig.

Investieren Sie in eine hochwertige Matratze und Kissen, um den Komfort zu maximieren. Eine angenehme Schlafumgebung trägt zur Entspannung bei, was zu einer verbesserten Schlafqualität führt. Zusätzlich können Sie Ihre Umgebung gemütlicher gestalten, indem Sie beispielsweise Lavendelöl verwenden. Ein beruhigender Duft von Lavendel, auf Ihr Kissen gesprüht, kann Stress abbauen und die Entspannung fördern.

4. Digitale Auszeit vor dem Schlafengehen

Vermeiden Sie elektronische Geräte wie Smartphones und Tablets mindestens eine Stunde vor dem Schlafengehen. Das bläuliche Licht dieser Geräte kann den Schlaf-Wach-Rhythmus stören, da es die Produktion von Melatonin, dem Schlafhormon, hemmt. Der menschliche Körper reagiert besonders empfindlich auf blauhaltiges Licht, weil es die Aktivität eines speziellen Hirnareals (Hypothalamus) beeinflusst. Der Hypothalamus ist der Teil des Gehirns, der wichtige Funktionen wie die Hormonregulation, die Körpertemperatur und den Schlaf-Wach-Rhythmus steuert. Dieser Bereich dient auch als interner biologischer Taktgeber und ist maßgeblich für die Regulation unseres Schlaf-Wach-Rhythmus verantwortlich. Wenn wir vor dem Schlafengehen blauem Licht ausgesetzt sind, interpretiert unser Gehirn dies als Tageslicht und unterdrückt die Produktion von Melatonin. Dies kann den Einschlafprozess verzögern und die Qualität unseres Schlafes beeinträchtigen. Um den Einfluss von blauem Licht zu minimieren, können Sie auch spezielle Bildschirmfilter oder, falls Sie eine Brille tragen, Brillen mit eingebauten Anti-Blau-Filtern verwenden.

 5. Essgewohnheiten anpassen

Es ist ratsam, auf gesunde Essgewohnheiten zu achten und keine übermäßig schweren Mahlzeiten vor dem Schlafengehen zu sich zu nehmen, da diese den Schlaf beeinträchtigen und zu Schlafstörungen führen können. Ein regelmäßiger Rhythmus bei der Nahrungsaufnahme ist ebenso wichtig. Vermeiden Sie Stimulanzien wie Koffein, besonders wenn Sie koffeinempfindlich sind, da Koffein bis zu 11 Stunden lang wirksam sein kann. Der übermäßige Konsum von Koffein und Nikotin kann den Schlaf stören, und Entzugserscheinungen von Kaffee und Nikotin können ebenfalls Schlafprobleme verursachen. Beschränken Sie daher den Konsum dieser Substanzen, insbesondere am Nachmittag und Abend.

Alkoholkonsum sollte ebenfalls in Maßen erfolgen, da übermäßige Alkoholaufnahme zu Schwitzen, Unruhe und Albträumen führen kann, was wiederum Schlafstörungen nach sich ziehen kann. Obwohl es möglich, dass Alkohol die Hirnaktivität herabsetzt und anfänglich bei Einschlafproblemen hilft, kann er später zu Durchschlafstörungen führen. Es ist auch ratsam, keine hohen Flüssigkeitsmengen vor dem Schlafengehen zu trinken, um nächtliche Toilettenbesuche zu minimieren. Zusätzlich sollten Lebensmittel vermieden werden, die bei Ihnen Unverträglichkeiten auslösen oder bei denen Sie empfindlich reagieren könnten, ebenso wie scharfe Lebensmittel, die Sodbrennen verursachen können und somit den Schlaf stören.

6. Regelmäßig Sport treiben

Regelmäßige körperliche Aktivität kann tatsächlich helfen, besser einzuschlafen, wie zahlreiche Studien gezeigt haben. Besonders aerobe Sportarten wie Schwimmen, Radfahren, Joggen oder Spazierengehen haben sich als effektiv erwiesen, weil sie den Körper aktivieren und gleichzeitig den Geist beruhigen. Aerobe Aktivitäten sind Übungen, bei denen der Körper Sauerstoff verwendet, um Energie aus den verbrannten Nährstoffen zu produzieren. Diese Aktivitäten sind von längerer Dauer und moderater Intensität und helfen nicht nur beim Schlafen, sondern auch bei Angststörungen und generellem Stress. Körperliche Aktivitäten fördern die Ausschüttung von Endorphinen, den sogenannten Glückshormonen, die ein positives und energiegeladenes Gefühl vermitteln und gleichzeitig Stresshormone reduzieren, was zu einer entspannten Schlafumgebung beiträgt. In diesem Beitrag erfahren Sie, wie Sie Sport ganz einfach in Ihren Alltag integrieren können.

Die positive Wirkung des Sports auf den Schlaf hängt jedoch von der individuellen Fitness und dem Zeitpunkt des Trainings ab. Es ist ratsam, mindestens 1 bis 2 Stunden vor dem Schlafengehen zu trainieren, damit die Endorphinspiegel ausreichend abgebaut werden können und das Gehirn genug Zeit hat, sich zu entspannen. Intensiver Sport kurz vor dem Schlafengehen kann den Schlaf stören. Daher ist es wichtig, eine Balance zu finden und Sport in angemessenem Maße zu betreiben. Ein regelmäßiger Rhythmus sollte etabliert werden. Auf diese Weise kann Sport nicht nur die körperliche Gesundheit fördern, sondern auch zu einem besseren und erholsameren Schlaf beitragen.

7. Entspannungstechniken ausüben

Die progressive Muskelentspannung (PME) ist eine bewährte Methode zur Stressbewältigung und Entspannung. Bei dieser Technik werden verschiedene Muskelgruppen nacheinander angespannt und dann bewusst entspannt. Bei der progressiven Muskelentspannung beginnt man oft bei den Füßen und arbeitet sich von unten nach oben durch den Körper bis zum Kopf. Durch die bewusste Konzentration auf die Anspannung und die anschließende Entspannung der Muskeln wird nicht nur körperliche Entspannung erreicht, sondern auch der Geist beruhigt sich. Diese Methode hilft, Muskelverspannungen zu lösen, den Stress abzubauen und die Schlafqualität zu verbessern.

Tipps bei Schlafstörungen: Gesunder Schlaf für ein gesundes Leben

Es ist essenziell, gesunden Schlaf und Stressabbau in unser Leben zu integrieren. Dies unterstützt nicht nur unsere physische, sondern auch unsere mentale Gesundheit. Eine regelmäßige Routine, verbunden mit einer beruhigenden Schlafumgebung und kleinen, entspannenden Ritualen, kann einen erheblichen Beitrag zu einem erholsamen Schlaf leisten. Bei anhaltenden Schlafstörungen oder körperlichen Ursachen sollten Sie jedoch unbedingt professionelle Hilfe in Anspruch nehmen.

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