Eine angepasste Ernährung kann einen bedeutenden Einfluss auf den Umgang mit Rheuma haben. Entzündungshemmende Lebensmittel unterstützen dabei, Beschwerden zu lindern und das Wohlbefinden zu steigern. Erfahren Sie, welche Nahrungsmittel besonders hilfreich sind und wie Sie Ihren Speiseplan optimal gestalten können.
Das Wichtigste in Kürze
- Entzündungshemmende Lebensmittel stehen im Mittelpunkt einer rheumafreundlichen Ernährung.
- Omega-3-Fettsäuren aus Fisch und pflanzlichen Quellen können die Gelenkgesundheit fördern.
- Ballaststoffe tragen zu einer gesunden Darmflora bei, die Entzündungen hemmen kann.
- Antioxidantien aus Obst und Gemüse unterstützen den Körper im Kampf gegen oxidativen Stress.
- Eine abwechslungsreiche und nährstoffreiche Ernährung unterstützt das allgemeine Wohlbefinden.
Empfohlene Lebensmittel bei Rheuma
Mit einer entzündungshemmenden Ernährung Rheumapatient:innen mitunter selbst entscheidend zur Linderung ihrer Beschwerden und der Erhöhung ihrer Lebensqualität beitragen. Bestimmte Lebensmittel versorgen den Körper mit wichtigen Nährstoffen, die Entzündungen hemmen, oxidativen Stress reduzieren und das Immunsystem positiv beeinflussen können.

“Ich mache mir täglich einen Drink aus Kurkuma, Zitrone, schwarzem Pfeffer und frisch geriebenem Ingwer. Das tut mir richtig gut.”
Ellen ist 47 Jahre alt, Mutter und lebt seit 25 Jahren mit rheumatoider Arthritis
Dabei geht es nicht um strikte Verbote, sondern darum, bewusst Nahrungsmittel zu wählen, die Ihrem Körper guttun. Diese Lebensmittel sind besonders geeignet für Menschen mit einer rheumatischen Erkrankung:
Fettreicher Fisch und pflanzliche Omega-3-Quellen
Fischarten wie Lachs, Makrele, Hering, Sardinen oder Forelle sind reich an Omega-3-Fettsäuren, insbesondere Eicosapentaensäure (EPA). Diese Fettsäuren wirken entzündungshemmend und können die Symptome von Rheuma lindern und zu einer Verbesserung der Anzahl geschwollener Gelenke und der Schmerzstärke führen.
Für Vegetarier:innen und Veganer:innen gibt es gute pflanzliche Alternativen: Raps-, Lein-, Soja- und Walnussöl sind gute Quellen für Alpha-Linolensäure (ALA), die im Körper zu EPA umgewandelt wird. Diese Öle können in Salaten, zum Kochen oder in Smoothies verwendet werden.
Tipp: In unserer Apotheke finden Sie eine große Auswahl an Omega-3-Produkten, die ergänzend zu einer ausgewogenen Ernährung eingenommen werden können. Diese sind in Kapselform, im flüssigen Zustand und sogar als vegane Variante verfügbar.
Obst und Gemüse
Frisches Obst und Gemüse liefern wichtige Vitamine und Antioxidantien, die helfen, Entzündungen zu bekämpfen. Besonders empfehlenswert sind Beeren, grünes Blattgemüse, Brokkoli und Paprika, da sie einen hohen Gehalt an entzündungshemmenden Inhaltsstoffen haben. Menschen mit rheumatoider Arthritis haben einen erhöhten Bedarf an Antioxidantien. Es wird empfohlen, fünfmal täglich eine Portion Obst und Gemüse zu essen, um den Mangel an Antioxidantien auszugleichen und oxidativen Stress zu bekämpfen.
Gut zu wissen
Oxidativer Stress beeinträchtigt die Reparatur- und Entgiftungsfähigkeit der Zellen und kann zu Entzündungen beitragen. Antioxidantien wie Vitamin E, Vitamin C, Beta-Carotin, Zink und Selen können die Bildung entzündungsfördernder Botenstoffe hemmen. Hier finden Sie eine Auswahl an Vitaminen und Mineralstoffen, die Sie bei einer gesunden Ernährung unterstützen können.
Nüsse und Samen
Walnüsse, Chiasamen und Leinsamen sind wertvolle Quellen für Omega-3-Fettsäuren und Ballaststoffe. Sie können einfach in den Speiseplan integriert werden, beispielsweise als Snack oder Topping für Salate und Joghurt.
Vollkornprodukte und Ballaststoffe
Haferflocken, Quinoa und Vollkornbrot sind ballaststoffreiche Alternativen zu Weißmehlprodukten. Sie fördern eine gesunde Darmflora, die sich wiederum entzündungshemmend auswirkt. Zudem liefern sie langanhaltend Energie und sorgen für einen stabilen Blutzuckerspiegel.
Studien haben gezeigt, dass eine ballaststoffreiche Ernährung die Zahl der regulatorischen T-Zellen erhöhen kann, die eine wichtige Rolle bei der Kontrolle von Autoimmunreaktionen spielen. Diese T-Zellen helfen, überschießende Immunreaktionen zu dämpfen, die bei Autoimmunerkrankungen wie Rheuma auftreten.
Gut zu wissen
Bei einer Autoimmunerkrankung greift das Immunsystem fälschlicherweise gesunde körpereigene Zellen an, anstatt nur körperfremde Erreger zu bekämpfen. Dies führt zu Entzündungen und Schäden im betroffenen Teil des Körpers, wie beispielsweise in den Gelenken bei Rheuma. Obwohl die genauen Ursachen oft unklar sind, spielen sowohl genetische Faktoren als auch Umwelteinflüsse eine Rolle bei der Entstehung von Autoimmunerkrankungen.
Weiterhin werden Ballaststoffe von Darmbakterien zu kurzkettigen Fettsäuren abgebaut. Diese haben entzündungshemmende Eigenschaften und können zur Verbesserung der Darmgesundheit beitragen, was wiederum das Immunsystem positiv beeinflussen kann. Außerdem wurden kurzkettige Fettsäuren in der Gelenkflüssigkeit nachgewiesen. Sie können zur Funktionsfähigkeit der Gelenke beitragen.
Lebensmittel in Maßen genießen
Einige Lebensmittel sollten bei Rheuma nur eingeschränkt verzehrt werden, da sie potenziell entzündungsfördernd wirken können. Dazu gehören:
- Rotes Fleisch: Enthält gesättigte Fettsäuren und Arachidonsäure, die Entzündungen begünstigen können.
- Milchprodukte: Die Auswirkungen von Milchprodukten auf Rheuma sind individuell unterschiedlich. Beobachten Sie Ihre persönliche Verträglichkeit. Bei einigen Menschen können sie Entzündungen fördern.
- Alkohol: Alkoholische Getränke sollten nur in geringen Mengen konsumiert werden, da sie Entzündungen begünstigen können.
Erfahren Sie hier mehr zu Lebensmitteln, die bei Rheuma vermieden werden sollten.
Tipps für eine entzündungshemmende Ernährung
Vielfalt auf dem Teller
Eine bunte Auswahl an Lebensmitteln stellt sicher, dass der Körper alle notwendigen Nährstoffe erhält. Je abwechslungsreicher die Ernährung, desto besser ist die Versorgung mit Vitaminen, Mineralstoffen und Antioxidantien.
Schonende Zubereitung
Durch das Dämpfen oder Dünsten von Lebensmitteln bleiben wichtige Nährstoffe erhalten. Gleichzeitig werden schädliche Substanzen vermieden, die bei starkem Erhitzen entstehen können.
Regelmäßige Mahlzeiten
Stabile Blutzuckerwerte können Entzündungen entgegenwirken. Daher sollten Sie auf regelmäßige Mahlzeiten achten und Zwischensnacks mit gesunden Optionen wie Nüssen oder Obst planen.
Die Rolle der Darmgesundheit
Neuere Forschungen zeigen einen engen Zusammenhang zwischen der Darmgesundheit und rheumatischen Erkrankungen. Eine gesunde Darmflora kann dazu beitragen, Entzündungen im Körper zu reduzieren. Fördern Sie Ihre Darmgesundheit durch:
- Probiotische Lebensmittel wie Joghurt oder fermentiertes Gemüse
- Präbiotische Ballaststoffe aus Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten und Gemüse
- Reduzierung von Zucker und stark verarbeiteten Lebensmitteln.
Fazit
In Kombination mit regelmäßiger Bewegung, Stressmanagement und der richtigen medikamentösen Einstellung ist die Ernährung ein wichtiger Baustein in der ganzheitlichen Behandlung von Rheuma. Durch die Integration entzündungshemmender und den Verzicht auf entzündungsfördernde Lebensmittel können Sie aktiv zur Linderung Ihrer Symptome beitragen. Eine abwechslungsreiche Ernährung, ergänzt durch gesunde Fette, Ballaststoffe und Antioxidantien, fördert nicht nur die Gelenkgesundheit, sondern auch das allgemeine Wohlbefinden.
- Fiehn C, Krüger K, Management der rheumatoiden Arthritis. Internist 2016;57:1042–1051.
- Keyßer, G., et al. (2023). „Empfehlungen zur Mediterranen Ernährung als supportive Maßnahme bei rheumatischen Erkrankungen.“ Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh)
- Skoldstam, L., et al. (2003). „An experimental study of a Mediterranean diet intervention for patients with rheumatoid arthritis.“ Annals of the Rheumatic Diseases, 62(3), 208-214
- Michalsen, A., et al. (2022). „Ernährungstherapie bei rheumatoider Arthritis: Eine randomisierte kontrollierte Studie zur Wirksamkeit einer entzündungshemmenden Ernährung und einer pflanzlichen Ernährung in Kombination mit therapeutischem Fasten.“ Immanuel Krankenhaus Berlin, Abteilung für Naturheilkunde
Geprüft durch unser pharmazeutisches Team
![4[1] Louisa Löwe, pharmazeutische Expertin](https://www.apo.com/magazin/wp-content/uploads/2024/05/41-300x300.jpg)
„Die Pharmazie kennt keinen Stillstand – das ist es, was mich so daran fasziniert. Jeden Tag werden spannende neue Wirkstoffe und Behandlungsmöglichkeiten für Krankheiten entdeckt.“
Als Apothekerin ist es Louisa Löwe besonders wichtig, ständig up-to-date und informiert zu bleiben. Bei apo.com lässt sie ihr Wissen in die pharmazeutischen Beiträge einfließen und garantiert Kund:innen so wissenschaftlich fundierte und geprüfte Inhalte.
Wichtiger Hinweis: Unsere Artikel und Grafiken werden von unserem Expertenteam aus Apotheker:innen überprüft. Grundlage sind stets seriöse Quellen, wissenschaftliche Artikel, Leitlinien und ärztliche Aussagen. Die Inhalte werden in regelmäßigen Abständen aktualisiert und dienen weder der Selbstdiagnose noch ersetzen sie einen Arztbesuch.