Im Winter wird unser Immunsystem stärker beansprucht, denn in der feuchten und kalten Jahreszeit verbreiten sich Erkältungsviren leichter. Erkältungsmittel versprechen schnelle Linderung, doch für Menschen mit Bluthochdruck ist Vorsicht geboten. Einige häufig verwendete Wirkstoffe können zu gefährlichen Wechselwirkungen mit Blutdrucksenkern führen. Hier erfahren Sie, welche Erkältungsmittel in der Regel gut mit Blutdrucksenkern kombinierbar sind und welche eher nicht.
Geeignete Wirkstoffe: Ihre Wahl bei Erkältungen
Um das Risiko von Wechselwirkungen zu minimieren, sollten Sie auf Präparate mit nur einem Wirkstoff (Monopräparate) zurückgreifen, um gezielt einzelne Symptome zu behandeln. Die folgenden Wirkstoffe sind für Menschen mit Bluthochdruck in der Regel eine sichere Wahl.
Bei Schmerzen und Fieber: Paracetamol
Paracetamol kann bei Menschen mit Bluthochdruck zur Linderung von Schmerzen und Fieber eingesetzt werden. Im Vergleich zu vielen anderen Schmerzmitteln gilt es in der Regel als besser verträglich, sollte aber auch bei korrekter Dosierung und insbesondere bei längerer Anwendung individuell beurteilt werden.
Bei verstopfter Nase: Lokal wirkende Nasensprays
Abschwellende Nasensprays mit Xylometazolin oder Oxymetazolin wirken lokal an der Nasenschleimhaut und können bei verstopfter Nase schnell Linderung verschaffen. Sie sollten jedoch nur kurzzeitig angewendet werden, da bei längerer Nutzung ein Gewöhnungseffekt mit Dauerschnupfen auftreten kann. Bei korrekter Anwendung (nicht länger als 7 Tage) belasten sie den Kreislauf deutlich weniger als systemisch wirkende Mittel in Tablettenform.
Bei Husten: Schleimlöser und pflanzliche Mittel
Zum Lösen von zähem Schleim kann Acetylcystein (ACC) eingesetzt werden. Auch pflanzliche Präparate mit Efeu oder Thymian können zur Schleimlösung beitragen. Bei trockenem Reizhusten werden Hustenstiller wie Dextromethorphan eingesetzt; wegen möglicher Wechselwirkungen und Nebenwirkungen sollte die Anwendung jedoch sorgfältig geprüft werden.
Ungeeignete Wirkstoffe: Hier ist Vorsicht geboten
Besonders in Kombinationspräparaten, die mehrere Symptome gleichzeitig bekämpfen, finden sich oft Wirkstoffe, die für Personen mit Bluthochdruck ungeeignet sein können.
Gefäßverengende Wirkstoffe (Sympathomimetika)
Substanzen wie Pseudoephedrin, Phenylephrin und Ephedrin sind in vielen Erkältungsmitteln enthalten, um Schleimhäute abschwellen zu lassen. Diese können die Blutgefäße verengen und somit den Blutdruck erhöhen, was zu einem unkontrollierbaren Blutdruckanstieg führen und die Wirkung von Blutdrucksenkern abschwächen kann. Diese Wirkstoffe gelten bei Bluthochdruck als ungeeignet.
Bestimmte Schmerzmittel (NSAR)
Ibuprofen und Acetylsalicylsäure (ASS) in höheren Dosen können die Wirkung vieler blutdrucksenkender Medikamente herabsetzen und die Nieren belasten. Bei kurzzeitiger, vereinzelter Einnahme ist das Risiko gering, bei regelmäßiger Anwendung sollten Sie jedoch unbedingt ärztliche Rücksprache halten.
Ältere Antihistaminika
Ältere Antihistaminika der ersten Generation wie Diphenhydramin oder Doxylamin, die oft in Erkältungsmitteln für die Nacht enthalten sind, können stark sedierend (beruhigend) wirken. In Kombination mit Blutdrucksenkern kann diese Müdigkeit verstärkt werden, was besonders für ältere Menschen das Sturzrisiko erhöht.
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Risiko-Übersicht: Wechselwirkungen auf einen Blick
Die folgende Übersicht fasst die wichtigsten Wirkstoffe und die damit verbundenen Risiken für Menschen mit Bluthochdruck zusammen:
| Wirkstoffgruppe | Wirkstoffe (Beispiele) | Empfehlung | Mögliche Risiken bei Bluthochdruck |
|---|---|---|---|
| Sympathomimetika | Pseudoephedrin, Phenylephrin | Meiden | Starker Blutdruckanstieg, Abschwächung der Wirkung von Blutdrucksenkern |
| NSAR | Ibuprofen, Acetylsalicylsäure (ASS) in höherer Dosierung | Nur nach Rücksprache | Abschwächung der blutdrucksenkenden Wirkung, Risiko für Nierenschäden |
| Antihistaminika (1. Gen.) | Diphenhydramin, Doxylamin | Nur nach Rücksprache | Verstärkte Müdigkeit und Sedierung, erhöhtes Sturzrisiko |
| Analgetika/Antipyretika | Paracetamol | Geeignet | Keine relevante Wechselwirkung mit Blutdrucksenkern bekannt |
| Lokal wirkende Nasensprays | Xylometazolin, Oxymetazolin | Geeignet | Bei korrekter Anwendung kaum systemische Wirkung |
| Schleimlöser | Acetylcystein (ACC), Thymian, Efeu | Geeignet | Keine relevante Wechselwirkung mit Blutdrucksenkern bekannt |
Geeignete Produkte bei Bluthochdruck
Basierend auf den oben genannten Kriterien finden Sie hier eine Auswahl an geeigneten Produkten sowie Beispiele für Präparate, die Sie meiden sollten. Bitte beachten Sie, dass es sich hier um allgemeine, leitliniengerechte Beispiele handelt, welche bei jedem Menschen anders wirken können. Insbesondere in Kombination mit anderen Medikamenten können Wechselwirkungen entstehen. Halten Sie daher Rücksprache mit Ihrem Arzt, Ihrer Ärztin oder Ihrer Apotheke.
Geeignete Produktbeispiele
Die folgenden Monopräparate sind für Menschen mit Bluthochdruck in der Regel anwendbar. Bitte beachten Sie, dass eine Rücksprache mit Ihrem Arzt, Ihrer Ärztin oder Ihrer Apotheke dennoch immer empfehlenswert ist. Nutzen Sie dazu gerne unsere pharmazeutische Beratung via Video, Telefon, Live-Chat oder E-Mail.
| Symptom | Wirkstoff | Beispiele |
|---|---|---|
| Schmerzen & Fieber | Paracetamol | |
| Schnupfen | Xylometazolin | |
| Husten (schleimlösend) | Acetylcystein | |
| Husten (pflanzlich) | Thymianextrakt |
Ungeeignete Produktbeispiele (Kombinationspräparate)
Die folgenden Kombinationspräparate enthalten Wirkstoffe, die bei Bluthochdruck problematisch sein können. Sie sollten von Menschen mit Bluthochdruck gemieden werden:
| Problematischer Wirkstoff | Produktbeispiele | Mögliches Risiko |
|---|---|---|
| Pseudoephedrin (Sympathomimetikum) | Blutdruckanstieg | |
| Doxylamin (Antihistaminikum) | Verstärkte Sedierung, Sturzrisiko |
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Fazit
Erkältungskombinationspräparate sind beliebt und praktisch. Sie lindern gleichzeitig und effektiv Symptome wie Husten, Schnupfen, Fieber sowie Kopf- und Gliederschmerzen. Es gibt eine Vielzahl an verschiedenen Kombinationen der einzelnen Wirkstoffe, um die individuellen Beschwerden bestmöglich zu behandeln. Jedoch sind diese Mittel nicht für alle Personen gleichermaßen geeignet: Patientinnen und Patienten, die mit blutdrucksenkenden Medikamenten behandelt werden, sollten der Wahl von Erkältungspräparaten besondere Aufmerksamkeit schenken und sich im Zweifel durch medizinisches oder pharmazeutisches Fachpersonal beraten lassen.
Häufige Fragen zu Erkältungsmitteln bei Bluthochdruck
- Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ). Empfehlungen zur Schmerztherapie bei kardiovaskulären Erkrankungen. https://www.akdae.de (Abgerufen am 08. April 2026)
- Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Informationen zu Wechselwirkungen und Kontraindikationen bei Antihypertensiva. https://www.bfarm.de (Abgerufen am 08. April 2026)
- Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA). Selbstmedikation bei Erkältung: Hinweise für Patienten mit Bluthochdruck. https://www.abda.de (Abgerufen am 08. April 2026)
- Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM). Leitlinie Rhinosinusitis – Empfehlungen zur Behandlung von Erkältungssymptomen. https://www.degam.de (Abgerufen am 08. April 2026)
- Deutsche Hochdruckliga (DHL). Leitlinien zur Diagnostik und Behandlung der arteriellen Hypertonie. https://www.hochdruckliga.de (Abgerufen am 08. April 2026)
- European Society of Hypertension (ESH) / European Society of Cardiology (ESC). Guidelines for the Management of Arterial Hypertension. https://www.eshonline.org (Abgerufen am 08. April 2026)
- Stiftung Warentest / test.de. Erkältungsmittel im Test – welche Wirkstoffe helfen wirklich? https://www.test.de (Abgerufen am 08. April 2026)
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