Morbus Crohn verläuft oft in Schüben. Für Betroffene ist es entscheidend, die Anzeichen eines Schubs rechtzeitig zu erkennen, um schnell handeln zu können. In diesem Beitrag erklären wir, woran Sie einen Schub erkennen, wie dieser behandelt wird und was Sie selbst tun können, um Rückfälle zu vermeiden oder abzumildern. 

Das Wichtigste in Kürze 

  • Ein Morbus Crohn Schub bedeutet eine aktive Krankheitsphase mit teils starken Beschwerden. 
  • Typische Symptome sind Durchfall, Bauchschmerzen, Fieber und Müdigkeit. 
  • Die Therapie umfasst meist Medikamente wie Kortison oder Biologika. 
  • Stressreduktion, Ernährung und Rauchstopp helfen bei der Vorbeugung. 
  • Achtsamkeit für Symptome und ein frühzeitiger Gang zum betreuenden Arzt bzw. der betreuenden Ärztin sind entscheidend. 

Was ist ein Morbus Crohn Schub? 

Morbus Crohn gehört zu den chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED). Typisch ist der schubweise Verlauf: Phasen starker Beschwerden wechseln sich mit symptomarmen oder -freien Zeiten ab. Bei einem Schub flammt die Entzündung im Magen-Darm-Trakt auf und verursacht entsprechend starke Symptome. Ist der Schub unter Kontrolle gebracht und der Patient bzw. die Patientin wieder weitgehend symptomfrei, spricht man von einer Remission. Treten während einer Remission erneut typische Beschwerden auf, ist das ein Rückfall, und die Erkrankung gilt wieder als aktiv. 

Ursachen eines Morbus Crohn Schubs 

Die genauen Auslöser sind nicht vollständig geklärt. Einige Faktoren, die einen Morbus Crohn Schub begünstigen können, sind 

  • Infektionen (z. B. Magen-Darm-Viren oder Bakterien), 
  • Stress, 
  • Rauchen, 
  • Ernährungsfehler oder Unverträglichkeiten und 
  • Medikamentenwechsel oder Absetzen der Therapie. 

Zur Vermeidung von neuen Schüben sollten diese Trigger daher möglichst gemieden werden. 

Symptome eines Morbus Crohn Schubs 

Ist ein Schub eingetreten, sind die Symptome meist vielfältig, treten plötzlich auf und können sich im Schweregrad unterscheiden. Zu den häufigsten Beschwerden eines akuten Morbus Crohn Schubs zählen: 

  • Wässriger Durchfall (oft mehrmals täglich, manchmal mit Blut oder Schleim) 
  • Krampfartige Bauchschmerzen, meist im rechten Unterbauch 
  • Fieber 
  • Allgemeines Krankheitsgefühl 
  • Gewichtsverlust und Appetitlosigkeit 
  • Müdigkeit und Erschöpfung 
  • Beschwerden außerhalb des Magen-Darm-Trakts wie Gelenkschmerzen oder Hautveränderungen 

Bei schweren Verläufen kann es auch zu Komplikationen wie Abszessen, Fisteln oder Verengungen im Darm kommen. 

Gut zu wissen

Auch während der Remission von Morbus Crohn können in manchen Fällen weiterhin Symptome auftreten. 

Behandlung eines Morbus Crohn Schubs 

Ein Schub sollte nicht auf eigene Faust behandelt werden. Wenden Sie sich an Ihre behandelnde Ärztin oder Ihren behandelnden Arzt, sodass eine gezielte Therapie eingeleitet werden kann. Die Akuttherapie eines Morbus Crohn Schubs zielt darauf ab, die Entzündungsaktivität zu senken und eine Remission zu erreichen. 

Medikamentöse Therapie bei Morbus Crohn 

Im Vordergrund stehen Kortikosteroide wie Prednisolon oder Budesonid, die das Immunsystem unterdrücken und eine starke entzündungshemmende Wirkung haben. Budesonid wird bevorzugt bei leichteren bis mittelschweren Schüben eingesetzt, da es überwiegend lokal im Darm wirkt. Bei schweren Schüben kommen meist systemisch wirksame Kortikosteroide wie Prednisolon zum Einsatz, die oral oder als Infusion verabreicht werden können. Falls die Wirkung unzureichend ist oder etwas gegen den Einsatz spricht, können Immunsuppressiva (z. B. Azathioprin oder Methotrexat) sowie Biologika (z. B. Infliximab oder Adalimumab) notwendig werden. Zusätzlich werden unterstützende Maßnahmen wie Loperamid gegen Durchfälle oder eine angepasste Ernährung empfohlen. 

Ernährung während eines Schubs 

Auch die Ernährung spielt bei Morbus Crohn eine zentrale Rolle. Viele Betroffene vertragen während eines Schubs keine ballaststoffreiche oder fettreiche Kost. Empfehlenswert sind daher: 

  • Leicht verdauliche, fettarme Speisen 
  • Kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt 
  • Ausreichende Flüssigkeitszufuhr (vor allem bei Durchfall) 
  • Im Einzelfall: Trinknahrung oder Sondennahrung zur Entlastung des Darms 

Eine individuell abgestimmte Ernährungsberatung kann Sie dabei unterstützen, Ihre Ernährung optimal anzupassen. 

Schüben vorbeugen – was Sie selbst tun können 

Auch wenn Morbus Crohn nicht heilbar ist, gibt es viele Möglichkeiten, Rückfällen vorzubeugen. Die sogenannte medikamentöse Erhaltungstherapie greift aktiv ins Krankheitsgeschehen ein und zielt darauf ab, Schübe zu verhindern sowie die Remission möglichst lange zu erhalten. Die Medikamente werden langfristig angewendet und individuell angepasst. Ihre E-Rezepte können Sie bei uns bequem von zu Hause aus einlösen wir liefern Ihnen Ihre Medikamente kostenfrei. 

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Doch auch mit einem gesunden Lebensstil lässt sich viel erreichen. Rauchen ist ein klarer Risikofaktor für häufigere und schwerere Schübe. Tipps zur Rauchentwöhnung können Ihnen beim Rauchstopp helfen. Ebenso wichtig ist eine gesunde Ernährung mit individuell verträglichen Lebensmitteln. Regelmäßige Bewegung fördert das Wohlbefinden und wirkt entzündungshemmend. Entspannungstechniken wie Yoga, Meditation oder autogenes Training dienen der Stressbewältigung. 

Fazit 

Ein Schub bei Morbus Crohn kann herausfordernd sein, doch mit dem richtigen Umgang lässt sich viel erreichen. Entscheidend ist, die Symptome früh zu erkennen und ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen. Eine individuell abgestimmte Therapie, kombiniert mit einem bewussten Lebensstil – dazu zählen eine angepasste Ernährung, Stressabbau und Rauchverzicht – kann helfen, Schübe zu mildern und vorzubeugen. 

  • Sturm et al. (2024). Aktualisierte S3-Leitlinie „Diagnostik und Therapie des Morbus Crohn“ der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) (Version 4.1) – living guideline. Zeitschrift für Gastroenterologie, 62(08), 1229–1318. 
  • Morbus Crohn – wissen @ AMBOSS. (o. D.). 
  • https://www.amboss.com/de/wissen/morbus-crohn/ 

Verfasst von unserem pharmazeutischen Team

Medical Writer Nawal Thaher

„Pharmazie vereint für mich Wissenschaft und Hilfsbereitschaft. Ich habe mich für diesen Beruf entschieden, weil ich mein wissenschaftliches Interesse gezielt dafür einsetzen möchte, anderen Menschen zu helfen.“

Nawal Thaher ist approbierte Apothekerin und Autorin der apo.com Magazinbeiträge. Mit ihrer pharmazeutischen Expertise stellt sie sicher, dass alle Inhalte wissenschaftlich fundiert und fachlich korrekt aufbereitet sind. Ihr besonderes Anliegen ist es, Menschen mit chronischen Erkrankungen auf Augenhöhe zu begegnen – mit verlässlichen Informationen, Einfühlungsvermögen und dem Anspruch, komplexe Themen verständlich und greifbar zu machen.

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