Eine gesunde Ernährung ist die Voraussetzung für eine erfolgreiche Diabetes-Therapie. Ernährungsberater:innen verfügen in der Regel über ein großes Wissen in diesem Bereich und können Menschen mit Diabetes im Rahmen einer Ernährungsberatung oder Ernährungstherapie unterstützen. In diesem Artikel erfahren Sie, wie Sie eine Ernährungsberatung bzw. -therapie in Anspruch nehmen können, was die Inhalte sind und worauf Sie bei der Auswahl des Ernährungsberaters oder der -beraterin achten sollten. 

Das Wichtigste in Kürze

  • Teil einer Diabetes-Behandlung ist eine Lebensstiländerung, die eine gesunde Ernährung mit einschließt. 
  • Bei einer Ernährungsberatung bzw. -therapie erhalten Menschen mit Diabetes hilfreiche Tipps für eine ausgewogene Ernährung, die sich positiv auf den Krankheitsverlauf auswirken kann. 
  • Während sich die Ernährungsberatung an gesunde Menschen richtet, wird die Ernährungstherapie zur Behandlung von Menschen eingesetzt, die bereits erkrankt sind. 
  • Obwohl die Begriffe „Ernährungsberater:in“ und „Ernährungtherapeut:in“ nicht gesetzlich geschützt sind, gibt es Aus- und Weiterbildungsprogramme sowie Berufsverbände, die bestimmte Kompetenzstandards festlegen und überwachen. 
  • In Deutschland gibt es zahlreiche Online-Portale, die Ihnen bei der Suche nach zertifizierten Ernährungsfachkräften helfen können

Warum ist eine Ernährungsberatung wichtig?

Eine Ernährungsberatung ist eine tolle Möglichkeit, um Ernährungsgewohnheiten zu optimieren, gesünder zu leben und Krankheiten vorzubeugen oder zu behandeln. Teilnehmer:innen einer solchen Beratung erhalten personalisierte Empfehlungen, Ratschläge und Unterstützung, die auf die individuellen Bedürfnisse und Ziele zugeschnitten sind. 

Eine gesunde Ernährung ist ein wesentlicher Bestandteil für die Gesundheit jedes Menschen, da sie den Körper mit allen notwendigen Nährstoffen wie Vitaminen und Spurenelementen versorgt. Sie spielt eine Schlüsselrolle bei der Vorbeugung und Behandlung von „Wohlstandskrankheiten“ wie Übergewicht, Fettleibigkeit (Adipositas), Bluthochdruck und Diabetes Typ 2.  

Besonders wichtig ist die Ernährungsmedizin bei der Behandlung von Diabetes mellitus, denn sie kann das Fortschreiten von Prädiabetes verhindern und die Behandlung von Typ-2-Diabetes unterstützen. Die auf den Patienten zugeschnittene ernährungstherapeutische Behandlung hilft ebenfalls bei der Behandlung von Typ-1-Diabetes und trägt zur Regulierung des Blutzuckerspiegels bei. Ihre Blutzuckerwerte sind zu hoch? In diesem Beitrag erfahren Sie, wie Sie diese mithilfe von fünf effektiven Maßnahmen senken können.

So finden Sie eine Ernährungsberatung oder -therapie 

Die Berufsbezeichnungen „Ernährungsberater:in“ und „Ernährungstherapeut:in“ sind nicht geschützt, es kann sich also theoretisch jeder so bezeichnen. Für Patient:innen, die eine Ernährungsberatung oder -therapie in Anspruch nehmen möchten, ist es deshalb besonders wichtig, auf die Qualifikationen des jeweiligen Anbieters zu achten.  

Mögliche anerkannte Qualifikationen für zuverlässige Expert:innen im Bereich der Ernährung sind: 

  • Studium der Ernährungswissenschaften 
  • Ausbildung zum Ökotrophologen/zur Ökotrophologin (Lehre der Haushalts- und Ernährungswissenschaften) 
  • Bachelor/Master in „Public Health Ernährung“ oder „Ernährung und Bewegung 
  • Ärztinnen und Ärzte mit ernährungsmedizinischer Zusatzqualifikation 
  • Diätassistent:innen mit geschützten Berufsbezeichnungen 

Ankannte Ernährungsberater:innen und Ernährungstherapeut:innen werden von einem Bundesverband oder einer Fachgesellschaft für Ernährung zertifiziert.1 Über die folgenden Verbände können Sie zertifizierte Ernährungsfachkräfte in der Nähe Ihres Wohnorts finden: 

Außerdem kann Ihnen auch Ihre Krankenkasse dabei helfen, einen geeigneten Ernährungsberater oder eine Ernährungsberaterin zu finden. Möchten Sie sich selbst informieren, finden Sie auf folgenden zertifizierten Plattformen Informationen zum Thema Ernährung: 

  • Die Deutsche Akademie für Ernährungsmedizin (DAEM) hat eine Online-Seminarreihe für Ärzt:innen, Student:innen, Ernährungsfachkräfte, Angehörige anderer Gesundheitsberufe und Ernährungsinteressierte im Angebot.
  • Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) bietet nützliche Informationen und Empfehlungen zur gesunden Ernährung. 
  • Das folgende Anmeldeformular wurde von der Deutschen Diabetes-Hilfe e.V. erstellt und kann von Betroffenen ausgefüllt werden, um an einer Ernährungstherapie teilzunehmen. 
  • Die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) stellt ein umfangreiches Medienpaket zur Verfügung, das Patienten und Therapeuten bei der Durchführung einer individuellen Ernährungstherapie bei nicht insulinpflichtigem Diabetes Typ 2 unterstützt. 
  • Auch Selbsthilfegruppen geben wertvolle Tipps für den Alltag mit Diabetes. 
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Was wird in einer Ernährungsberatung bzw. -therapie vermittelt?

Gemeinsam mit Ihrer Ernährungsberaterin oder Ihrem Ernährungsberater erarbeiten Sie eine Ernährungsweise, die zu Ihrem Leben und Ihren Bedürfnissen passt und die zugleich Ihrem individuellen Energie- und Nährstoffbedarf entspricht. Dieser Bedarf ergibt sich aus zahlreichen Faktoren, darunter Ihrem Alter und Geschlecht, der körperlichen Belastung im Beruf, etwaigen Vorerkrankungen etc. 

Die allgemeine Ernährungsberatung befasst sich mit den folgenden Themen: 

  • Verstehen der Grundlagen einer gesunden, ausgewogenen Ernährung und der Funktionen der Nährstoffe im Körper. 
  • Erstellung individueller Ernährungspläne und -empfehlungen sowie Unterstützung bei deren Umsetzung.  
  • Bewertung von verzehrfertigen Lebensmitteln, Erläuterung von Nährwertkennzeichnungen und Tipps für das Essen im Restaurant und den Einkauf. 
  • Berücksichtigung der familiären Essgewohnheiten und möglicher Unterstützung durch Angehörige sowie kultureller Faktoren und individueller Vorlieben. 
  • Anpassung der Ernährung an besondere Lebensumstände wie Schwangerschaft, Sport und Beruf. 

In der diabeteszentrierten Ernährungsberatung spielt die Beachtung des Blutzuckerspiegels eine wichtige Rolle, um Schwankungen zu minimieren und Komplikationen zu vermeiden. Die Unterscheidung zwischen Zucker, Zuckeraustauschstoffen und Süßungsmitteln wird ebenso erläutert wie die verschiedenen Kohlenhydratarten und ihre Auswirkungen auf den Blutzuckerspiegel. Häufig wird empfohlen, ein Ernährungstagebuch zu führen, um zu verfolgen, wie sich verschiedene Lebensmittel auf den Blutzuckerspiegel auswirken, und daraufhin die Ernährung umzustellen. Ein weiteres wichtiges Thema, das in der diabetischen Ernährungstherapie häufig angesprochen wird, ist die Überprüfung von Nahrungsergänzungsmitteln und deren mögliche Wechselwirkungen mit Medikamenten. 

Ernährungsberatung oder Ernährungstherapie?

Auch, wenn beide Begriffe häufig gleichbedeutend verwendet werden, ist eine Ernährungsberatung nicht dasselbe wie eine Ernährungstherapie. Es handelt sich um zwei Ansätze zur Verbesserung der Ernährungsgewohnheiten mit dem Ziel, Krankheiten wie Diabetes entweder zu lindern oder zu verhindern. 

  • Die Ernährungsberatung zielt darauf ab, Menschen, die noch nicht erkrankt sind, bei der Vorbeugung von Gesundheitsproblemen zu unterstützen, und ist daher Teil der Primärprävention. Es werden individuelle Empfehlungen und Ratschläge gegeben, um das Risiko für bestimmte Krankheiten zu verringern. Eine Ernährungsberatung ist sinnvoll, um beispielsweise zu verhindern, dass sich aus einem Prädiabetes später ein Diabetes entwickelt. Auch gesunde Menschen mit einem hohen Risiko, in Zukunft an Diabetes zu erkranken, profitieren von einer Ernährungsberatung. Ziel ist es, Änderungen des Lebensstils zu fördern und gesunde Essgewohnheiten zu vermitteln. 
  • Die Ernährungstherapie hingegen ist ein therapeutischer Ansatz und gilt als Sekundärprävention. Das bedeutet, dass sie darauf abzielt, den Verlauf bereits bestehender Erkrankungen wie Typ-1- und Typ-2-Diabetes sowie Schwangerschaftsdiabetes zu verbessern, indem Folgeerkrankungen und Komplikationen minimiert werden. Für Menschen mit Diabetes Typ 1 und Typ 2 ist die Ernährungsumstellung ein zentraler Bestandteil der Therapie. Dabei werden die spezifischen Ernährungsbedürfnisse der Betroffenen berücksichtigt, um den Blutzuckerspiegel zu regulieren und gegebenenfalls die Insulindosierung zu optimieren. Frauen, die an Schwangerschaftsdiabetes leiden, hilft eine Ernährungstherapie, das Risiko von Komplikationen wie Präeklampsie bei der Mutter, Fehlbildungen beim Kind sowie Fehl-, Früh- oder Kaiserschnitt-Geburten zu verringern. Eine ausgewogene Ernährung senkt außerdem für Mutter und Kind das Risiko, später an Diabetes Typ 2 zu erkranken. 

Geprüft durch unser pharmazeutisches Team

Felix Hoffman, pharmazeutischer Experte

An der Pharmazie fasziniert mich am meisten, wie alles zusammenspielt. Von Zusammenhängen im Stoffwechsel hin zur Einnahme von Medikamenten. Wer sich damit auskennt, kann sein Leben positiv beeinflussen.“ 

Felix Hoffmann lebt für die Pharmazie und bringt eine große Expertise in der Beratung mit. Mit seinem fundierten Wissen garantiert er die hohen Qualitätsstandards der pharmazeutischen Inhalte auf apo.com. 

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