Rheuma ist eine Sammelbezeichnung für verschiedene Erkrankungen, die den Bewegungsapparat, das Immunsystem und sogar innere Organe betreffen können. Das griechische Wort „Rheuma“ bedeutet „fließender Schmerz“ und weist auf das Hauptsymptom vieler Betroffener hin. Diese chronischen Schmerzen können in Gelenken, Knochen, Muskeln und dem Bindegewebe vorkommen. Erfahren Sie in diesem Artikel alles über die wichtigsten Rheuma-Symptome. 

Das Wichtigste in Kürze

  • Rheuma umfasst viele verschiedene Erkrankungen mit individuellen Symptomen. 
  • Typische Anzeichen für eine rheumatische Erkrankung sind Gelenkschmerzen, Steifheit und Schwellungen sowie systemische Symptome wie starke Erschöpfung, leichtes Fieber und Muskelschmerzen. 
  • Rheuma-Symptome in den Beinen sind häufig. Typischerweise äußern sie sich durch Schmerzen, Schwellungen und Gangstörungen. 
  • Ein Rheuma-Symptome-Test kann bei der ersten Selbsteinschätzung helfen, die Diagnose wird jedoch ärztlich gestellt. 
  • Eine frühzeitige Erkennung kann den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen und moderne Therapien bieten gute Behandlungsmöglichkeiten. 

Rheuma: vielfältige Erkrankung, vielfältige Symptome 

Rheuma fasst über 100 verschiedene Erkrankungen zusammen. Die Symptome zeigen sich unterschiedlich, je nachdem, welche spezifische Erkrankung vorliegt und welche Körperteile davon betroffen sind. Gemeinsam haben sie, dass sie meist Gelenkbeschwerden sowie systemische Symptome verursachen. Auch der Verlauf rheumatischer Erkrankungen variiert. Viele rheumatische Erkrankungen verlaufen in Schüben mit Phasen starker Entzündungsaktivität und intensiven Symptomen. Erfahren Sie hier mehr über Symptome während eines Rheumaschubs. 

Gelenkbeschwerden 

Rheuma zeichnet sich durch stechende, durchdringende Schmerzen in den Gelenken mit deutlich sichtbaren Entzündungszeichen aus. Die Gelenke erscheinen gerötet und sind stark angeschwollen. Nach dem Aufwachen fühlen sich die Gelenke oft steif und unbeweglich an. Diese Morgensteifigkeit dauert oft länger als 30 Minuten an. Bewegungen fallen schwer und sind schmerzhaft. Typisch ist, dass die Beschwerden symmetrisch auftreten – also zum Beispiel an beiden Händen oder Füßen gleichzeitig.  

In fortgeschrittenen Stadien der Erkrankung beginnen sich die betroffenen Gelenke sichtbar zu verformen. Dabei sind auch dauerhafte strukturelle Schäden möglich. Da die Wirbelsäule im Laufe der Erkrankung immer weiter versteift, nimmt die Beweglichkeit ab und Rückenschmerzen treten auf. 

Systemische Symptome 

Rheuma betrifft nicht nur die Gelenke. Die vielen Entzündungen im Körper führen dazu, dass Patient:innen sich oft abgeschlagen fühlen, von starker Erschöpfung klagen und sich trotz ausreichend Schlaf ständig müde fühlen. Solch eine anhaltend starke Erschöpfung wird auch als Fatigue bezeichnet und stellt eine große Einschränkung der Lebensqualität dar. Weitere systemische Symptome sind leichtes Fieber und Muskelschmerzen. 

Krankheitsspezifische Symptome 

Rückenschmerzen 

Rückenschmerzen sind ein häufiges Symptom bei rheumatischen Erkrankungen, insbesondere beim Morbus Bechterew (Ankylosierende Spondylitis). Hier treten chronische, tiefsitzende Rückenschmerzen auf. Charakteristisch ist, dass die Schmerzen bei Bewegung nachlassen und in der Nacht zu Schlafstörungen führen können. 

Hautveränderungen 

Hautveränderungen können bei verschiedenen rheumatischen Erkrankungen auftreten. Bei der Psoriasis-Arthritis zeigen sich typische Hautveränderungen der Schuppenflechte. Die betroffenen Hautareale sind rot und verdickt. Darauf befinden sich silbrig-schimmernde Schuppen. Ein weiteres Beispiel ist der systemische Lupus erythematodes. Die Krankheit verursacht hier einen charakteristischen roten, schmetterlingsförmigen Ausschlag im Gesicht. 

Innere Organe 

Rheumatische Erkrankungen können auch innere Organe in Mitleidenschaft ziehen. Diese Organbeteiligungen sind oft schleichend und werden daher häufig erst spät erkannt. Regelmäßige Kontrolluntersuchungen sind daher für Rheumapatient:innen besonders wichtig, um mögliche Organschäden frühzeitig zu erkennen und zu behandeln. Die systemische Sklerose kann beispielsweise zu Beschwerden im Magen-Darm-Trakt führen, wie Sodbrennen oder Schluckbeschwerden. Auch die Lunge kann betroffen sein, was sich durch Atemnot bemerkbar macht. Bei der rheumatoiden Arthritis können die Nieren in Mitleidenschaft gezogen werden, was zu Bluthochdruck oder Ödemen führen kann. Entzündungen des Herzbeutels oder der Herzklappen sind ebenfalls möglich.  

Rheuma-Symptome in den Beinen: Spezifische Anzeichen 

Die Beine sind häufig von rheumatischen Beschwerden betroffen. Rheuma kann sich in den Beinen durch verschiedene Symptome äußern. Häufig treten anhaltende oder schubweise Schmerzen in den Knie-, Sprung- oder Hüftgelenken auf, die sich insbesondere bei Bewegung oder Belastung verstärken. Oft sind die betroffenen Gelenke – wie für Rheuma typisch – geschwollen und gerötet. Diese Gelenkbeschwerden führen zu einer Steifheit und Unbeweglichkeit, insbesondere nach dem Aufstehen.  

Neben den Gelenken können auch die Muskeln in den Beinen betroffen sein. Viele Betroffene klagen über Muskelschwäche und schnelle Ermüdung, was zusätzlich Probleme beim Treppensteigen oder längerem Gehen bereitet. In manchen Fällen treten zudem Kribbeln oder Taubheitsgefühle auf. Im fortgeschrittenen Stadium kann es zu Fehlstellungen und Deformierungen der Gelenke kommen, was die Beweglichkeit der Beine weiter einschränkt. 

Rheuma-Symptome-Test: Erste Selbsteinschätzung 

Eine gute Hilfestellung für Betroffene, ihre Symptome besser einordnen zu können, sind Selbsteinschätzungstests für rheumatische Erkrankungen. Solche Tests enthalten Fragen zu typischen Symptomen, darunter:

  • Schmerzlokalisation und -intensität:

    • Wo treten Ihre Schmerzen auf, und wie stark sind sie (Skala von 1-10)?
  • Zeitlicher Verlauf 

    • Wie lange bestehen Ihre Beschwerden schon? 
    • Zu welcher Tageszeit sind die Symptome am stärksten? 
    • Sind die Gelenke morgens steif, und wie lange hält dies an? 
  • Dauer der Beschwerden 

    • Bestehen die Symptome länger als sechs Wochen? 
  • Begleiterscheinungen 

    • Treten Gelenkschwellungen auf? 
    • Fühlen Sie sich oft müde oder erschöpft? 
  • Funktionseinschränkungen 

    • Haben Sie Schwierigkeiten bei alltäglichen Tätigkeiten? 
    • Beeinflussen die Beschwerden Ihre Arbeitsfähigkeit? 
  • Familiengeschichte 

    • Gibt es in Ihrer Familie Fälle von rheumatoiden Erkrankungen? 

Gut zu wissen

Es ist wichtig zu betonen, dass Selbsttests keine ärztliche Diagnose ersetzen. Bei anhaltenden Symptomen sollten Sie unbedingt Ihren Arzt oder Ihre Ärztin aufsuchen. 

Rheuma-Diagnose: Zeitige Rheuma-Erkennung verbessert Prognose 

Die ärztliche Diagnose beginnt mit einer gründlichen Anamnese. Diese nutzt der Arzt oder die Ärztin, um Beschwerden, familiäre Vorerkrankungen und die Krankheitsgeschichte zu erfragen. Danach folgt eine körperliche Untersuchung, bei der die Gelenke auf Schwellungen, Rötungen und Beweglichkeit geprüft werden. Bildgebende Verfahren wie Röntgen, Ultraschall oder MRT helfen, Gelenkschäden und Entzündungen zu erkennen. Bluttests können Hinweise auf Entzündungswerte und Autoimmunmarker wie den Rheumafaktor geben. In unserem Beitrag zu Blutwerten bei Rheuma können Sie sich über die Relevanz der Blutuntersuchungen informieren. 

Leben mit Rheuma-Symptomen: Was hilft? 

Ein:e Rheumatolog:in kann eine genaue Diagnose stellen und eine passende Therapie einleiten. Dabei können moderne Therapieansätze den Krankheitsverlauf deutlich positiv beeinflussen. Bei der medikamentösen Therapie werden entzündungshemmende Medikamente wie NSAR (“nichtsteroidale Antirheumatika”), Kortison oder Biologika eingesetzt. Das Ziel ist es, die Entzündung zu kontrollieren und die Gelenke zu schützen. In unserem Beitrag über die wichtigsten Medikamente bei Rheuma erfahren Sie, welche Medikamente es gibt und wie sie zur Behandlung von Rheuma-Symptomen eingesetzt werden.  

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Neben der medikamentösen Therapie spielen auch Bewegung und Physiotherapie eine entscheidende Rolle. Regelmäßige Bewegung stärkt die Muskeln und schützt die Gelenke. Physiotherapie kann helfen, die Beweglichkeit zu verbessern und Schmerzen zu lindern. Eine entzündungshemmende Ernährung mit Omega-3-Fettsäuren, Obst und Gemüse kann sich positiv auswirken. Rotes Fleisch und Zucker sollten reduziert werden. Erfahren Sie hier weitere Tipps darüber, welche Lebensmittel Sie in Ihre Ernährung integrieren könnten und welche besser zu vermeiden sind. 

Fazit 

Rheuma-Symptome sind vielfältig und können verschiedene Körperbereiche betreffen. Eine aufmerksame Beobachtung des eigenen Körpers und das frühzeitige Erkennen von Warnsignalen sind wichtige Schritte, um rechtzeitig handeln zu können. Mit der richtigen Behandlung und einem guten Selbstmanagement können viele Betroffene ein aktives und erfülltes Leben führen. 

  • Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie e.V.: Skriptum Rheumatologie 3. Auflage 2023 
  • Zink, A., & Albrecht, K. (2016). Rheumatoide Arthritis: Epidemiologie, Klinik und Prognose. Deutsches Ärzteblatt International, 113(39), 641-647. 
  • Stack, R. J., Sahni, M., & Mallen, C. D. (2013). Symptom complexes at the earliest phases of rheumatoid arthritis: A systematic review of the qualitative literature. Arthritis Care & Research, 65(2), 191–203. 
  • Smolen, J. S., Aletaha, D., & McInnes, I. B. (2016). Rheumatoid arthritis. The Lancet, 388(10055), 2023–2038. 

Geprüft durch unser pharmazeutisches Team

Sofia Westermann, pharmazeutische Expertin

„Die Pharmazie ist eine faszinierende Wissenschaft. Ein ganz wichtiger Grund für mich, Apothekerin zu werden, war es, dass ich damit anderen Menschen helfen kann.“ 

Für Apothekerin Sophia Westermann ist Pharmazie nicht nur ein Beruf, sondern eine Passion. Menschen mit ihrem Wissen zu unterstützen, hat für sie oberste Priorität. Als pharmazeutische Expertin garantiert sie daher die Richtigkeit der Inhalte im apo Magazin und prüft diese vor einem wissenschaftlichen Hintergrund. 

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