Die richtige Ernährung kann bei Rheuma einen großen Unterschied machen. Einige Lebensmittel können Entzündungen fördern und die Beschwerden verstärken. Andere wiederum haben eine entzündungshemmende Wirkung. In diesem Beitrag erfahren Sie, welche verbotenen Lebensmittel bei Rheuma eine Rolle spielen, warum sie vermieden werden sollten und wie Sie Ihren Speiseplan gezielt anpassen können, um Ihre Lebensqualität zu verbessern.
Das Wichtigste in Kürze
- Die Ernährung ist ein zentraler Bestandteil im Leben von Menschen mit einer rheumatischen Erkrankung.
- Entzündungsfördernde Lebensmittel können zu einer Verschlimmerung der Symptome beitragen.
- Rotes Fleisch, Zucker und verarbeitete Lebensmittel stehen ganz oben auf der Liste der zu vermeidenden Nahrungsmittel.
- Alkohol kann entzündungsfördernd wirken und Wechselwirkungen mit Medikamenten verursachen.
- Eine bewusste Ernährung hingegen kann den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen und Beschwerden lindern.
Der Einfluss der Ernährung bei Rheuma
Die Ernährung spielt eine entscheidende Rolle bei chronischen Erkrankungen wie Rheuma. Sie kann Entzündungsprozesse entweder fördern oder hemmen und somit einen direkten Einfluss auf die Beschwerden haben. Während manche Lebensmittel entzündungshemmend wirken und die Lebensqualität verbessern können, gibt es auch solche, die Entzündungen begünstigen und die Symptome verschlimmern.

“Ich bin viel achtsamer geworden, was ich esse, und immer auf der Suche nach Dingen, die mir guttun. Früher habe ich mir darüber keine Gedanken gemacht, heute überlege ich genau, was meinem Körper hilft und was nicht.”
Ellen ist 47 Jahre alt, Mutter und lebt seit 25 Jahren mit rheumatoider Arthritis
Das Gute ist: Die Wahl der richtigen Lebensmittel kann zur Linderung der Beschwerden beitragen. Eine bewusste Ernährung ist damit ein wichtiger Baustein der Therapie und bietet Betroffenen die Möglichkeit, mitunter selbst Einfluss auf den Krankheitsverlauf zu nehmen. In den folgenden Abschnitten erfahren Sie, welche Lebensmittel bei Rheuma problematisch sind, warum das so ist und welche Alternativen Sie stattdessen wählen können. Mit kleinen Anpassungen im Speiseplan lassen sich oft große Fortschritte erzielen.
Welche Lebensmittel sollten bei Rheuma vermieden werden?
Rotes Fleisch: Arachidonsäure als Entzündungsförderer
Rotes Fleisch wie Rind, Schwein oder Lamm enthält hohe Mengen an Arachidonsäure, einer Fettsäure, die im Körper in entzündungsfördernde Stoffe umgewandelt wird. Diese können bestehende Entzündungen verstärken und Schmerzen verschlimmern. Besonders problematisch sind stark verarbeitete Fleischprodukte wie:
- Wurstwaren (z. B. Salami, Leberwurst)
- Speck
- Fertigprodukte mit Fleischbestandteilen
Tipp: Ersetzen Sie rotes Fleisch durch fettreichen Fisch wie Lachs oder Makrele, der entzündungshemmende Omega-3-Fettsäuren liefert. Sollten Sie Ihren Bedarf allein durch die Ernährung nicht decken können, finden Sie in unserer Online-Apotheke eine große Auswahl an Omega-3-Kapseln. Diese sind sogar vegan erhältlich. Unsere pharmazeutischer Beratung hilft Ihnen gerne.
Gut zu wissen
Warum ist Arachidonsäure problematisch? Arachidonsäure ist eine Omega-6-Fettsäure, die in tierischen Lebensmitteln vorkommt. Obwohl Omega-6-Fettsäuren grundsätzlich wichtig für den Körper sind, kann ein Übermaß das Gleichgewicht zwischen entzündungsfördernden und -hemmenden Prozessen stören – besonders bei Menschen mit Rheuma.
Fettreiche Milchprodukte: Nicht immer gut verträglich
Milchprodukte enthalten zwar wertvolles Kalzium für die Knochengesundheit, doch fettreiche Varianten wie Sahne, Butter oder Vollmilchkäse können durch ihren Gehalt an gesättigten Fettsäuren Entzündungen fördern. Zudem berichten einige Betroffene von einer Unverträglichkeit gegenüber Milchprodukten, die sich in verstärkten Beschwerden äußern kann.
Tipp: Greifen Sie zu fettarmen Alternativen wie fettarmem Joghurt oder Hüttenkäse und beobachten Sie Ihre persönliche Verträglichkeit.
Eier: Vorsicht beim Eigelb
Eigelb ist ebenfalls reich an Arachidonsäure und sollte daher nur in Maßen konsumiert werden. Besonders bei einem hohen Konsum von Eiern – etwa durch versteckte Eier in Backwaren oder Fertigprodukten – kann dies problematisch werden.
Tipp: Beschränken Sie den Verzehr auf maximal 3 bis 4 Eigelb pro Woche und setzen Sie auf Eiweiß als Alternative.
Zuckerhaltige Lebensmittel: Süße Gefahr für die Gelenke
Zucker und stark zuckerhaltige Produkte wie Süßigkeiten, Gebäck oder Softdrinks können den Blutzuckerspiegel schnell ansteigen lassen und dadurch Entzündungsprozesse im Körper fördern. Zudem tragen sie zu Übergewicht bei, das die Gelenke zusätzlich belastet – ein weiterer Faktor, der Rheumasymptome verschlimmern kann.
Vermeiden Sie daher:
- Limonaden und Energydrinks
- Gesüßte Frühstückscerealien
- Industriell hergestellte Süßigkeiten
Tipp: Setzen Sie auf natürliche Süßungsmittel wie Honig (in Maßen) oder frisches Obst.
Gut zu wissen
Viele Fertigprodukte enthalten versteckten Zucker – auch solche, bei denen man es nicht erwartet, wie Ketchup, Salatdressings oder Brotaufstriche. Ein Blick auf die Zutatenliste kann helfen, Zuckerfallen zu vermeiden.
Alkohol: Genuss mit Vorsicht
Alkoholische Getränke wie Bier oder Wein können Entzündungen im Körper fördern. Zudem belastet Alkohol die Leber, was besonders problematisch sein kann, wenn Medikamente eingenommen werden.
Tipp: Reduzieren Sie den Alkoholkonsum auf ein Minimum oder verzichten Sie am besten ganz darauf.
Stark verarbeitete Lebensmittel: Ungesund für den Körper
Fertigprodukte wie Tiefkühlpizza, Instant-Nudeln oder Chips enthalten oft eine Kombination aus ungesunden Fetten, Zucker und Salz – eine Mischung, die Entzündungen begünstigen kann. Hinzu kommen künstliche Zusatzstoffe wie Geschmacksverstärker oder Konservierungsmittel, deren Einfluss auf Entzündungsprozesse noch nicht vollständig geklärt ist.
Vermeiden Sie daher:
- Fertiggerichte
- Snacks wie Chips oder Flips
- Produkte mit langen Zutatenlisten
Tipp: Kochen Sie frisch mit natürlichen Zutaten und greifen Sie zu unverarbeiteten Lebensmitteln.
Transfette: Gefährliche Fettquellen
Transfette entstehen bei der industriellen Verarbeitung von Pflanzenölen (z. B. beim Härten von Margarine) und finden sich in vielen Backwaren wie Croissants oder Keksen sowie in frittierten Speisen wie Pommes frites. Diese Fette fördern nicht nur Entzündungen, sondern erhöhen auch das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Tipp: Vermeiden Sie Produkte mit der Angabe „gehärtete Fette“ in der Zutatenliste.
Wie sieht ein rheumafreundlicher Speiseplan aus?
Die gute Nachricht: Es gibt eine Vielzahl an Lebensmitteln, die entzündungshemmend wirken und Ihren Körper bei Rheuma optimal unterstützen können. Sie müssen sich also nicht stark einschränken, sondern können auf leckere und gesunde Alternativen zurückgreifen. In unserem Beitrag über Ernährung bei Rheuma erfahren Sie detailliert, wie Sie Ihren Speiseplan gezielt gestalten, um Entzündungen zu reduzieren und Ihre Beschwerden zu lindern. Mit der richtigen Auswahl an Lebensmitteln können Sie aktiv zu Ihrem Wohlbefinden beitragen und sich gleichzeitig genussvoll ernähren.
Fazit
Eine bewusste Ernährung kann einen großen Unterschied für Menschen mit Rheuma machen. Indem Sie entzündungsfördernde Lebensmittel wie rotes Fleisch, Zucker oder stark verarbeitete Produkte reduzieren, unterstützen Sie Ihren Körper dabei, Entzündungen einzudämmen und Beschwerden zu lindern. Der Schlüssel liegt darin, diese Nahrungsmittel nicht komplett zu verbannen, sondern sie bewusst zu reduzieren und durch gesunde Alternativen zu ersetzen.
Denken Sie daran: Jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf bestimmte Lebensmittel. Es lohnt sich daher, ein Ernährungstagebuch zu führen und herauszufinden, welche Nahrungsmittel Ihre Symptome verschlimmern könnten und welche sich positiv auswirken.
Mit einer ausgewogenen Ernährung können Sie aktiv dazu beitragen, Ihre Lebensqualität zu verbessern und Ihre rheumatischen Beschwerden besser in den Griff zu bekommen.
- Fiehn C, Krüger K, Management der rheumatoiden Arthritis. Internist 2016;57:1042–1051.
- Keyßer, G., et al. (2023). „Empfehlungen zur Mediterranen Ernährung als supportive Maßnahme bei rheumatischen Erkrankungen.“ Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh)
- Skoldstam, L., et al. (2003). „An experimental study of a Mediterranean diet intervention for patients with rheumatoid arthritis.“ Annals of the Rheumatic Diseases, 62(3), 208-214
- Michalsen, A., et al. (2022). „Ernährungstherapie bei rheumatoider Arthritis: Eine randomisierte kontrollierte Studie zur Wirksamkeit einer entzündungshemmenden Ernährung und einer pflanzlichen Ernährung in Kombination mit therapeutischem Fasten.“ Immanuel Krankenhaus Berlin, Abteilung für Naturheilkunde
Geprüft durch unser pharmazeutisches Team

„An der Pharmazie fasziniert mich am meisten, wie alles zusammenspielt. Von Zusammenhängen im Stoffwechsel hin zur Einnahme von Medikamenten. Wer sich damit auskennt, kann sein Leben positiv beeinflussen.“
Felix Hoffmann lebt für die Pharmazie und bringt eine große Expertise in der Beratung mit. Mit seinem fundierten Wissen garantiert er die hohen Qualitätsstandards der pharmazeutischen Inhalte auf apo.com.
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