Die Symptome von Morbus Bechterew gehen weit über gewöhnliche Rückenschmerzen hinaus. Diese chronisch-entzündliche rheumatische Erkrankung der Wirbelsäule kann die Beweglichkeit stark einschränken und den Alltag erheblich beeinflussen. Obwohl Menschen jeden Alters betroffen sein können, tritt die Krankheit oft schon bei jungen Erwachsenen auf. Insgesamt lebt etwa 1 % der mitteleuropäischen Bevölkerung mit der Erkrankung. Erfahren Sie hier, welche Faktoren das Risiko für eine Morbus Bechterew erhöhen und welche Behandlungsmöglichkeiten Ihnen helfen, ein aktives Leben mit der Diagnose zu führen. 

Das Wichtigste in Kürze

  • Morbus Bechterew ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung, die hauptsächlich die Wirbelsäule betrifft und oft in Schüben verläuft. 
  • Zu den Hauptsymptomen gehören chronische Rückenschmerzen, Morgensteifigkeit und eine eingeschränkte Beweglichkeit der Wirbelsäule. 
  • Auch periphere Gelenke wie Hüfte und Knie sowie Sehnenansätze, besonders an der Ferse, können betroffen sein. 
  • Begleiterkrankungen wie Fatigue, Augenentzündungen und chronisch-entzündliche Darmerkrankungen treten häufig auf. 
  • Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung, insbesondere bei anhaltenden Rückenschmerzen und anderen typischen Symptomen, sind entscheidend.  

Was ist Morbus Bechterew? 

Morbus Bechterew, auch unter dem Fachbegriff Spondylitis ankylosans bekannt, gehört zur Gruppe der entzündlichen rheumatischen Erkrankungen. Rheuma beschreibt eine Gruppe von Erkrankungen, die mit chronischen Entzündungen des Bewegungsapparats verbunden sind.  

Bei Morbus Bechterew sind hauptsächlich die Wirbelsäule und angrenzende Gelenke betroffen, was zu chronischen Rückenschmerzen führt. Da diese Beschwerden oft mit gewöhnlichen Rückenschmerzen verwechselt werden, kann es bis zu zehn Jahre dauern, bis die Diagnose gestellt wird. Im fortgeschrittenen Stadium können sich die betroffenen Bereiche verhärten und zur sogenannten Bambuswirbelsäule führen, die mit einer erheblichen Einschränkung der Bewegungsfreiheit einhergeht. 

Symptome von Morbus Bechterew 

Die Symptome von Morbus Bechterew treten schleichend auf und können anfangs leicht mit anderen Erkrankungen, wie zum Beispiel Rückenschmerzen durch schlechte Haltung, verwechselt werden. Zu den typischen Anzeichen gehören: 

  • Schmerzen im unteren Rückenbereich, die besonders nachts oder in den frühen Morgenstunden auftreten. 
  • Steifigkeit der Wirbelsäule, vor allem nach längeren Ruhephasen, zum Beispiel nach dem Aufwachen. 
  • Bewegungseinschränkungen, die im Laufe der Zeit zunehmen. 
  • Schmerzen in anderen Gelenken, wie Hüfte, Schultern oder Knie. 
  • Müdigkeit und Erschöpfung, die auf die chronische Entzündungsaktivität zurückzuführen sind. 

Gut zu wissen

Morbus Bechterew führt im Verlauf zu typischen Veränderungen der Körperhaltung, wie einer Abflachung der Lendenwirbelsäule und einer Krümmung der Brustwirbelsäule, was häufig einen Buckel zur Folge hat. Zusätzlich können entzündliche Reaktionen in anderen Organen wie den Augen oder dem Darm auftreten, die unbedingt ärztlich abgeklärt werden sollten. Gelegentlich kommt es auch zu Gelenkentzündungen oder einer verringerten Knochendichte. Lesen Sie hier mehr über die Symptome von Morbus Bechterew sowie spezifische Symptome bei Frauen. 

Ursachen und Risikofaktoren von Morbus Bechterew 

Die genauen Ursachen von Morbus Bechterew sind noch nicht vollständig geklärt, aber es gibt mehrere Faktoren, die das Risiko für die Entwicklung der Krankheit erhöhen. Zu diesen zählen genetische Veranlagungen und Umweltfaktoren, die in Kombination das Auftreten der Erkrankung begünstigen können. Eine wichtige Rolle spielen: 

  • Das Gen HLA-B27: Das Vorhandensein dieses Gens erhöht das Risiko, an Morbus Bechterew zu erkranken. HLA-B27 steuert das Immunsystem, und bei vielen Betroffenen funktioniert es nicht wie vorgesehen. Dadurch kann es dazu kommen, dass das Immunsystem körpereigenes Gewebe angreift und chronische Entzündungen in der Wirbelsäule verursacht. Etwa 90 % der Menschen mit Morbus Bechterew tragen das Gen HLA-B27, aber nicht alle Menschen mit diesem Gen erkranken daran. 

  • Geschlecht und Alter: Männer sind etwa zweimal häufiger betroffen als Frauen. Bei Männern tritt die Erkrankung häufiger in der Wirbelsäule und den Hüftgelenken auf, während bei Frauen oft periphere Gelenke, wie Hände oder Knie, betroffen sind. Die Erkrankung tritt meist zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr auf. 

  • Infektionen: Bestimmte Infektionen, insbesondere im Darm oder Harntrakt, können das Immunsystem überreizen und möglicherweise eine Autoimmunreaktion auslösen. Bis zu 70 % der Betroffenen haben subklinische (symptomfreie) Darmentzündungen, was auf eine enge Verbindung zwischen Darmgesundheit und der Entstehung von Morbus Bechterew hinweist. Diese Entzündungen könnten den Krankheitsverlauf beeinflussen und zu den typischen Symptomen führen. 

  • Umweltfaktoren: Mechanische Belastungen wie schweres Heben oder anhaltende Fehlbelastungen des Rückens können das Risiko erhöhen oder die Symptome verstärken. Zudem spielen Lebensstilfaktoren wie Stress oder Rauchen eine Rolle bei der Entstehung und dem Verlauf der Krankheit, da sie das Immunsystem weiter belasten und Entzündungsprozesse verstärken können. Lesen Sie hier unsere Tipps zur erfolgreichen Rauchentwöhnung. 

Diagnose von Morbus Bechterew 

Die Diagnose von Morbus Bechterew gestaltet sich oftmals schwierig, da die Symptome im Anfangsstadium leicht übersehen oder falsch interpretiert werden können. Der Arzt oder die Ärztin führt in der Regel eine gründliche körperliche Untersuchung durch, gefolgt von bildgebenden Verfahren wie Röntgen oder MRT, um entzündliche Veränderungen an der Wirbelsäule oder anderen Gelenken sichtbar zu machen. 

Ein Bluttest auf das HLA-B27-Gen kann ebenfalls durchgeführt werden, obwohl ein positiver Befund allein noch nicht die Diagnose bestätigt. Wichtig ist es, auch andere Erkrankungen auszuschließen, die ähnliche Symptome verursachen können. 

Gut zu wissen

Wenn Sie Rückenschmerzen bemerken, die morgens besonders stark sind und sich durch Bewegung bessern, sollten Sie einen Arzt oder eine Ärztin aufsuchen. Es ist wichtig, herauszufinden, ob die Schmerzen auf eine Fehlhaltung oder auf Morbus Bechterew zurückzuführen sind, um frühzeitig die richtige Behandlung zu beginnen. 

Therapie bei Morbus Bechterew 

Morbus Bechterew ist nicht heilbar, aber die Symptome können durch verschiedene Therapieansätze deutlich gelindert werden. Die Behandlung zielt darauf ab, die Beschwerden zu mindern, die Beweglichkeit zu erhalten und das Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen. 

Medikamentöse Therapie bei Morbus Bechterew 

Die medikamentöse Behandlung steht bei der Therapie von Morbus Bechterew im Vordergrund. Häufig werden nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) wie Ibuprofen oder Naproxen verschrieben, um Entzündungen und Schmerzen zu lindern. Bei schweren Entzündungen kommen auch biologische Medikamente, sogenannte TNF-alpha-Hemmer, zum Einsatz, die gezielt in das Immunsystem eingreifen und die Entzündungsreaktionen unterdrücken. 

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Bewegung und Physiotherapie bei Morbus Bechterew 

Ein auffälliges Merkmal dieser Erkrankung ist, dass sich die Schmerzen bei Bewegung bessern. Ein zentraler Bestandteil der Therapie ist somit die regelmäßige Bewegung.  

Physiotherapie spielt dabei eine entscheidende Rolle, um die Beweglichkeit der Wirbelsäule und anderer betroffener Gelenke zu erhalten. Regelmäßige Dehnübungen und spezifische Kräftigungsübungen können helfen, die Flexibilität und Muskulatur zu stärken. Viele Betroffene berichten auch von positiven Effekten durch Schwimmen oder Yoga, da diese Sportarten die Gelenke schonen. Lesen Sie unsere Tipps für mehr Bewegung im Alltag. 

Gut zu wissen

Reha-Maßnahmen und Patientenschulungen helfen dabei, die Krankheit besser zu verstehen und Techniken zur Krankheitsbewältigung zu erlernen. Diese Maßnahmen tragen maßgeblich dazu bei, den Alltag trotz der Diagnose besser zu bewältigen. 

Operationen bei Morbus Bechterew 

In sehr schweren Fällen, bei denen es zu einer erheblichen Versteifung oder Fehlstellung der Wirbelsäule kommt, kann ein operativer Eingriff in Betracht gezogen werden. Diese Option wird jedoch nur in Ausnahmefällen angewendet, wenn konservative Therapien keinen Erfolg mehr zeigen. 

Leben mit Morbus Bechterew 

Morbus Bechterew ist eine ernst zu nehmende Erkrankung, die Betroffene aufgrund ihrer Symptomatik vor große Herausforderungen im Alltag stellen kann. Eine gezielte Therapie sowie ein aktiver Lebensstil sind hilfreiche und nötige Maßnahmen, um trotz der Erkrankung ein weitgehend normales Leben zu führen. Regelmäßige Bewegung, eine gesunde Ernährung und die Umsetzung ärztlicher Empfehlungen tragen dazu bei, die Symptome zu mildern und die Lebensqualität langfristig zu erhalten.  

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Felix Hoffman, pharmazeutischer Experte

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Felix Hoffmann lebt für die Pharmazie und bringt eine große Expertise in der Beratung mit. Mit seinem fundierten Wissen garantiert er die hohen Qualitätsstandards der pharmazeutischen Inhalte auf apo.com. 

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