Ein Herzinfarkt kommt oft unerwartet. Umso wichtiger ist es, die ersten Anzeichen richtig zu deuten und schnell zu reagieren. Gerade Männer sollten die Symptome eines Herzinfarkts kennen, da sie einem höheren Risiko ausgesetzt sind. In diesem Artikel erfahren Sie, wie Sie typische Vorboten und Symptome eines Herzinfarkts bei Männern erkennen können, was im Notfall zu tun ist und wie Sie einem Herzinfarkt bestmöglich vorbeugen können.
Das Wichtigste in Kürze
- Typische Symptome bei Männern sind häufig starke Brustschmerzen, Engegefühl, Schweißausbrüche und Kurzatmigkeit.
- Vorboten eines Herzinfarkts können bereits Tage bis Wochen vor dem eigentlichen Infarkt auftreten.
- Je früher ein Herzinfarkt erkannt wird, desto größer sind die Chancen auf eine erfolgreiche Behandlung und desto geringer ist das Risiko von Langzeitschäden.
- Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Rauchen und Übergewicht erhöhen das Herzinfarktrisiko bei Männern. Ein gesunder Lebensstil wirkt dem entgegen.
Herzinfarkt erkennen: Typische Symptome beim Mann
Die Symptome eines Herzinfarkts können beim Mann sehr spezifisch sein und sind oft leichter zu erkennen als bei Frauen. Männer erleben oft eine charakteristische Kombination von Beschwerden, die als Warnzeichen dienen können:
Brustschmerzen und Engegefühl
Das wohl bekannteste Symptom eines Herzinfarkts bei Männern ist ein starkes, anhaltendes Druck- oder Schmerzgefühl in der Brust. Dieses Gefühl wird oft als „Vernichtungsschmerz“ beschrieben und kann in den linken Arm, die Schultern, den Hals oder den Kiefer ausstrahlen. Der Schmerz tritt meist plötzlich auf und hält an, anstatt nach einigen Minuten nachzulassen.
Schweißausbrüche und Blässe
Ein weiteres auffälliges Symptom sind plötzliche, kalte Schweißausbrüche, die ohne körperliche Anstrengung auftreten. In Verbindung mit blasser Haut oder sogar einem fahlen Teint kann dies ein ernstzunehmender Hinweis auf einen Herzinfarkt sein.
Atemnot und Schwächegefühl
Männer haben oft ein starkes Gefühl von Atemnot, auch wenn sie sich in Ruhe befinden. Dieses Symptom geht oft mit einem Gefühl von Schwäche oder Benommenheit einher und kann darauf hinweisen, dass das Herz Schwierigkeiten hat, den Körper ausreichend mit Sauerstoff zu versorgen.
Übelkeit und Erbrechen
Weniger bekannt, aber dennoch häufig ist das Auftreten von Übelkeit oder Erbrechen im Zusammenhang mit einem Herzinfarkt bei Männern. Da diese Symptome auch bei anderen Erkrankungen auftreten können, werden sie leicht übersehen oder fehlinterpretiert.

Vorboten des Herzinfarkts beim Mann
Ein Herzinfarkt kommt selten ohne Vorwarnung. Oft gibt es subtile Vorboten, die Tage oder sogar Wochen vorher auftreten und auf das bevorstehende Ereignis hinweisen:
Müdigkeit und Erschöpfung
Viele Männer verspüren vor einem Herzinfarkt eine ungewöhnliche Müdigkeit oder Erschöpfung, die sich durch Schlaf oder Ruhe kaum lindern lässt. Dieses Anzeichen wird oft ignoriert oder auf Stress zurückgeführt, kann aber ein ernstzunehmender Hinweis sein.
Schlafstörungen und Angstgefühle
Schlaflosigkeit und innere Unruhe können ebenfalls Vorboten eines Herzinfarkts sein. Betroffene berichten häufig über Schlafstörungen und unerklärliche Angstgefühle, die sie normalerweise nicht verspüren.
Schmerzen im Oberkörper und Kiefer
Schmerzen, die nicht nur in der Brust, sondern auch in anderen Bereichen des Oberkörpers wie Rücken oder Kiefer auftreten, können auf eine drohende Herzerkrankung hinweisen. Insbesondere wenn diese Schmerzen immer wieder auftreten oder keine eindeutige Ursache haben, sollten sie abgeklärt werden.
Gut zu wissen
Die Symptome eines Herzinfarkts sind bei Männern und Frauen oft unterschiedlich. Während Männer meist eindeutige Anzeichen wie Brustschmerzen zeigen, äußert sich der Infarkt bei Frauen oft subtiler. Eine rechtzeitige Abklärung bei unspezifischen Beschwerden kann Leben retten.
Risikofaktoren für den Herzinfarkt beim Mann
90 % aller Herzinfarkte werden durch Faktoren verursacht, die mit einer ungesunden Lebensweise zusammenhängen. Die Kenntnis dieser Risikofaktoren hilft, vorbeugende Maßnahmen zu ergreifen und sich so selbst bestmöglich vor einem Herzinfarkt zu schützen. Zu den Faktoren gehören:
Bluthochdruck
Bluthochdruck ist einer der größten Risikofaktoren für einen Herzinfarkt. Männer, die unter erhöhtem Blutdruck leiden, sollten sich regelmäßig kontrollieren lassen und gegebenenfalls blutdrucksenkende Maßnahmen ergreifen. Mit einem gesunden Lebensstil, der regelmäßige Bewegung und eine gesunde Ernährung einschließt, können Patient:innen selbst viel erreichen.
Kennen Sie zum Beispiel die DASH-Diät? Das ist eine Ernährungsempfehlung speziell zur Behandlung von Bluthochdruck (DASH = Dietary Approaches to Stop Hypertension). Bei dieser Ernährungsweise wird eine Zusammensetzung aus vielen Ballaststoffen (Vollkornprodukte, Obst und Gemüse), viel Eiweiß (Fisch und Geflügel), wenig Fett (fettes Fleisch, Öle, Vollmilchprodukte), wenig Zucker (Süßigkeiten, zuckerhaltige Limonaden) und wenig Salz empfohlen. Erfahren Sie in unserem Beitrag wie eine gesunde Ernährung bei Bluthochdruck aussehen sollte.
Rauchen
Rauchen belastet nachweislich das Herz-Kreislauf-System. Durch das Rauchen verengen sich die Blutgefäße, was die Durchblutung erschwert und das Risiko für Arteriosklerose erhöht. Am besten ist es, ganz auf das Rauchen zu verzichten. Informieren Sie sich über Raucherentwöhnungsprogramme, die Ihnen dabei helfen können, dieses Ziel zu erreichen. Wir haben hier für Sie außerdem einen Leitfaden mit hilfreichen Tipps für die Raucherentwöhnung zusammengestellt.
Alkoholkonsum
Übermäßiger Alkoholkonsum ist ein wichtiger Risikofaktor. Auch hier ist der vollständige Verzicht auf Alkohol ideal. Ist ein vollständiger Verzicht nicht möglich, sollten Männer darauf achten, weniger als 20 g Alkohol pro Tag zu sich zu nehmen. Zum Vergleich: 125 ml Wein (12 % Alk.), 300 ml Bier (5 % Alk.) oder 4 cl Schnaps (38 % Alk.) enthalten bereits jeweils 12 g Alkohol. Während für Männer der Richtwert von 20 g Alkohol gilt, gilt für Frauen ein Richtwert von 10 g.
Körpergewicht, Ernährung, mangelnde Aktivität
Ideal ist ein BMI (Body Mass Index) zwischen 20 und 25 kg/m2 und ein Taillenumfang unter 94 cm (bei Frauen unter 80 cm). Um dies zu erreichen, ist eine Ernährungsumstellung sinnvoll. Die oben beschriebene DASH-Diät für Menschen mit Bluthochdruck ist eine gute Orientierung. Hier erhalten Sie leicht umzusetzende Tipps und Tricks für eine erfolgreiche Ernährungsumstellung.
Zusätzlich sollten Sie darauf achten, sich viel zu bewegen. Versuchen Sie, täglich 10.000 Schritte zu gehen und sich fünfmal pro Woche 30 Minuten lang moderat zu bewegen. Das ist nicht nur gut für den Körper, sondern auch für die Seele. Erfahren Sie hier, wie Sie Bewegung einfach in Ihren Alltag integrieren können.
Gut zu wissen
Was bedeutet eigentlich moderate Bewegung? Moderat bedeutet, dass die Herzfrequenz ansteigt und ein Wärmegefühl entsteht, ohne dass man erschöpft ist. Je nach individueller Leistungsfähigkeit können das Aktivitäten wie Radfahren, Wandern oder Gartenarbeit sein.
Erbliche Veranlagung
Auch die genetische Veranlagung spielt eine Rolle. Männer, in deren Familie Herzerkrankungen vorkommen, sollten frühzeitig auf Anzeichen achten und regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen wahrnehmen.
Richtig reagieren bei einem Herzinfarkt
Das schnelle Erkennen der Symptome eines Herzinfarkts und das richtige Handeln im Notfall können Leben retten. Die folgenden Schritte sollten in einer Notsituation befolgt werden:
- Notruf absetzen: Rufen Sie sofort den Notarzt (112). Je früher medizinische Hilfe eintrifft, desto besser sind die Behandlungschancen.
- Ruhe bewahren: Versuchen Sie als Angehöriger so ruhig wie möglich zu bleiben, um auch auf den Betroffenen beruhigend zu wirken.
- Position einnehmen: Setzen oder legen Sie die betroffene Person so hin, dass sie es bequem hat und der Oberkörper möglichst hoch gelagert ist.
- Atmung erleichtern: Wenn die betroffene Person einen engen Kragen, eine Krawatte oder andere einengende Kleidung trägt, öffnen Sie diese, um die Atmung zu erleichtern. Um die Atmung weiter zu erleichtern, sollte ein Fenster geöffnet werden.
- Beobachten Sie die betroffene Person und ihre Symptome: Bleiben Sie bei der betroffenen Person, falls diese das Bewusstsein verliert und ein Herz-Kreislauf-Stillstand eintritt. In diesem Fall muss sofort mit Wiederbelebungsmaßnahmen begonnen werden.
Gut zu wissen
Verliert der Patient bzw. die Patientin bei einem Herzinfarkt das Bewusstsein, kommt es meist zu Kammerflimmern und Herzstillstand. Jede Minute ohne Wiederbelebungsmaßnahmen verringert die Überlebenschancen um 10 %, da das Gehirn sehr empfindlich auf Sauerstoffmangel reagiert und bereits nach drei bis fünf Minuten irreversible Schäden auftreten können. Die Überlebenschancen nach einem Herzstillstand sind deutlich höher, wenn sofort Wiederbelebungsmaßnahmen eingeleitet werden. Ohne Reanimation liegt die Überlebensrate in der Regel unter 10 %. Bei rechtzeitiger Reanimation, insbesondere innerhalb der ersten Minuten nach dem Herzstillstand, kann die Überlebensrate auf 35 % bis 51,7 % steigen, je nachdem, ob die Reanimation im Krankenhaus oder außerhalb erfolgt.
Fazit: Vorsicht ist besser als Nachsicht
Das Erkennen der Symptome und Anzeichen eines Herzinfarkts beim Mann kann entscheidend für den Krankheitsverlauf sein. Das Bewusstsein für typische Warnsignale und ein gesunder Lebensstil können das Herzinfarktrisiko deutlich senken. Vorbeugende Maßnahmen wie regelmäßige Gesundheitschecks, eine ausgewogene Ernährung und ausreichend Bewegung sind wichtige Schritte zu einem herzgesunden Leben.
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