Ein Herzinfarkt macht sich bei Frauen oft mit weniger typischen Symptomen bemerkbar als bei Männern. Deshalb wird er meist erst spät erkannt, was die Prognose erschwert. Insgesamt erleiden 2,5 % aller 40- bis 79-jährigen Frauen in Deutschland im Laufe ihres Lebens einen Herzinfarkt. Bei Männern sind es 7 %. In diesem Artikel erfahren Sie, welche speziellen Anzeichen bei Frauen auf einen Herzinfarkt hindeuten, wie Sie Herzprobleme frühzeitig erkennen und welche Vorboten Sie ernst nehmen sollten. 

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Herzinfarkt ist die Folge einer Verhärtung der Blutgefäße durch so genannte Plaques. 
  • Ein Herzinfarkt bei Frauen macht sich oft durch atypische Symptome wie Müdigkeit, Übelkeit und Rückenschmerzen bemerkbar, die von den Betroffenen zunächst nicht als Herzproblem erkannt werden. 
  • Schon Wochen vorher können unklare Symptome wie Schlafstörungen oder Atemnot auftreten. 
  • Im Unterschied zu Männern haben Frauen haben oft weniger typische Brustschmerzen, was die Diagnose erschwert. 

Wie es zum Verschluss eines Herzkranzgefäßes kommt 

Die Entstehung eines Herzinfarkts ist meist die Folge langjähriger Veränderungen in den Herzkranzgefäßen, die durch Atherosklerose verursacht werden. Atherosklerose ist ein Prozess, bei dem sich Ablagerungen aus Fett, Cholesterin und anderen Substanzen in den Arterienwänden bilden und verhärten. Diese Ablagerungen, auch Plaques genannt, verengen die Gefäße und schwächen die Gefäßwände. 

Gut zu wissen

Obwohl die Begriffe Arteriosklerose und Atherosklerose fälschlicherweise oft synonym verwendet werden, bedeuten sie streng genommen nicht dasselbe. Arteriosklerose setzt sich aus den griechischen Wörtern „artēria = Arterie“ und „sklēros = trocken, hart“ zusammen und bezeichnet eine Verhärtung der Arterienwand. Sie ist nicht zu verwechseln mit der so genannten Atherosklerose (griech. athêra = Brei/Schleim und sklēros = trocken, hart“). Denn Arteriosklerose bezeichnet die allgemeine Verhärtung der Arterienwände, während die Atherosklerose eine spezielle Unterform ist, die durch die Bildung von Plaques entsteht. 

So entsteht ein Herzinfarkt 

Risikofaktoren und Plaque-Bildung

Bestimmte Faktoren wie Lebensgewohnheiten (z. B. Rauchen), aber auch Vorerkrankungen (z. B. Bluthochdruck, Diabetes oder hohe Cholesterinwerte begünstigen die Entstehung von Plaques und damit die Entwicklung einer Atherosklerose. Mit der Zeit werden die Plaques immer größer und können instabil werden. 

Instabile Plaques und koronare Herzkrankheit

Sobald Plaques instabil werden, besteht die Gefahr, dass sie reißen. Diese instabilen Plaques treten vor allem in den Herzkranzgefäßen (Koronararterien) auf, die den Herzmuskel mit Sauerstoff versorgen. Sind die Gefäße durch Atherosklerose verengt, spricht man von einer koronaren Herzkrankheit. Die Durchblutung und damit die Sauerstoffversorgung des Herzmuskels sind vermindert. 

Plaqueruptur und Thrombenbildung

Reißt eine dieser instabilen Plaques, werden Entzündungszellen und „thrombogene Faktoren“ freigesetzt. Letztere regen die Blutgerinnung an und führen zur Bildung eines Blutgerinnsels (Thrombus) an der verletzten Stelle. 

Gefäßverschluss und Sauerstoffmangel

Dieses Blutgerinnsel kann die betroffene Arterie komplett verschließen, sodass kein Blut mehr hindurchfließen kann. Der Herzmuskel wird dann nicht mehr mit Sauerstoff versorgt, man spricht von einer absoluten Koronarinsuffizienz. 

Myokardnekrose – das Absterben von Herzmuskelgewebe

Ohne Sauerstoff beginnt das Herzmuskelgewebe, das auf die Sauerstoffversorgung durch die verschlossene Arterie angewiesen ist, innerhalb kurzer Zeit abzusterben. Dieses Absterben des Gewebes wird als Myokardnekrose bezeichnet und ist das eigentliche Geschehen beim Herzinfarkt. 

Herzinfarkt bei Frauen: Die typischen und untypischen Symptome 

Ein Herzinfarkt macht sich bei Frauen oft durch andere Symptome bemerkbar als bei Männern. Während Männer meist starke Schmerzen in der Brust verspüren, haben Frauen nicht selten unspezifische Beschwerden, die leicht übersehen oder falsch gedeutet werden.  

Herzinfarkt bei Frauen und Männern im Vergleich

Brustschmerzen und Engegefühl 

Ein starker, drückender Schmerz in der Brust ist auch bei Frauen ein Symptom des Herzinfarktes, tritt aber weniger häufig und weniger intensiv auf als bei Männern. Frauen verspüren oft keinen direkten Schmerz, sondern eher ein unangenehmes Druck- oder Engegefühl im Brustbereich, das nicht unbedingt auf die linke Seite beschränkt sein muss. 

Übelkeit, Erbrechen und Schwindel 

Frauen berichten häufiger über Symptome wie Übelkeit, Erbrechen und ein allgemeines Schwächegefühl, das an eine Magenverstimmung erinnert. Auch Schwindel kann auftreten, der nicht immer sofort mit einem Herzinfarkt in Verbindung gebracht wird. 

Müdigkeit und Atemnot 

Ein plötzlich auftretendes Gefühl von Erschöpfung oder Schwäche, das sich durch Schlaf oder Ruhe nicht bessert, kann ebenfalls ein Warnsignal sein. Frauen leiden oft unter ungewöhnlicher Atemnot, selbst bei geringer körperlicher Anstrengung oder sogar in Ruhe. 

Brustschmerzen und Engegefühl 

Ein starker, drückender Schmerz in der Brust ist auch bei Frauen ein Symptom des Herzinfarktes, tritt aber weniger häufig und weniger intensiv auf als bei Männern. Frauen verspüren oft keinen direkten Schmerz, sondern eher ein unangenehmes Druck- oder Engegefühl im Brustbereich, das nicht unbedingt auf die linke Seite beschränkt sein muss. 

Übelkeit, Erbrechen und Schwindel 

Frauen berichten häufiger über Symptome wie Übelkeit, Erbrechen und ein allgemeines Schwächegefühl, das an eine Magenverstimmung erinnert. Auch Schwindel kann auftreten, der nicht immer sofort mit einem Herzinfarkt in Verbindung gebracht wird. 

Müdigkeit und Atemnot 

Ein plötzlich auftretendes Gefühl von Erschöpfung oder Schwäche, das sich durch Schlaf oder Ruhe nicht bessert, kann ebenfalls ein Warnsignal sein. Frauen leiden oft unter ungewöhnlicher Atemnot, selbst bei geringer körperlicher Anstrengung oder sogar in Ruhe. 

Rücken-, Kiefer- und Oberbauchschmerzen 

Viele Frauen verspüren bei einem Herzinfarkt keine Schmerzen in der Brust, sondern im Rücken, im Nacken oder im Kiefer. Diese Schmerzen können in den Oberbauch ausstrahlen und werden oft als Muskelverspannungen oder Verdauungsprobleme fehlinterpretiert. 

Schmerzlokalisation Herzinfarkt bei Frauen

Gut zu wissen

Nicht nur bei Frauen, sondern auch bei Menschen mit Diabetes und/oder chronischen Nierenerkrankungen sowie bei älteren oder herzoperierten Menschen werden Herzinfarkte häufiger übersehen, da sie nicht immer die typischen Symptome zeigen. 

Frühwarnzeichen: Vorboten eines Herzinfarkts bei Frauen 

Ein Herzinfarkt tritt bei Frauen selten ohne Vorboten auf. Häufig gibt es subtile, unspezifische Anzeichen, die schon Wochen oder Tage vorher erkennbar sind. 

Schlafstörungen und innere Unruhe 

Ein häufiges Frühwarnzeichen für einen Herzinfarkt bei Frauen sind Schlafstörungen. Viele Betroffene berichten von einer Art innerer Unruhe oder Angst, die sie nicht einordnen können. Diese innere Unruhe kann zu nächtlicher Schlaflosigkeit führen und das allgemeine Wohlbefinden beeinträchtigen. 

Atembeschwerden und leichte Erschöpfung 

Schon vor dem eigentlichen Herzinfarkt können Symptome wie Atemnot oder eine ungewöhnlich schnelle Erschöpfung bei alltäglichen Tätigkeiten auftreten. Frauen berichten davon, dass ihnen das Treppensteigen plötzlich schwerfällt oder dass sie schneller außer Atem kommen. 

Verdauungsprobleme und Bauchschmerzen 

Manche Frauen haben Magenbeschwerden oder Bauchschmerzen als Vorboten, die an Gastritis oder Verdauungsstörungen erinnern. Da Verdauungsprobleme nicht sofort mit Herzproblemen in Verbindung gebracht werden, bleibt dieser Hinweis oft unbemerkt. 

Gut zu wissen

Frauen haben oft untypische Symptome, die die Diagnose eines Herzinfarkts erschweren. Umfassendes Wissen über die speziellen Herzinfarktsymptome bei Frauen und regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen können helfen, Anzeichen frühzeitig zu erkennen und rechtzeitig zu handeln. 

Risikofaktoren und Vorbeugung eines Herzinfarkts bei Frauen 

Es gibt mehrere Risikofaktoren, die das Herzinfarktrisiko bei Frauen erhöhen. Einige davon sind denen der Männer ähnlich. Über die allgemeinen Risikofaktoren, die für Männer und Frauen gleichermaßen gelten, können Sie sich hier in unserem Beitrag über den Herzinfarkt beim Mann informieren. Andere Risikofaktoren sind hingegen spezifisch für Frauen: 

Hormonelle Einflüsse und Wechseljahre 

Der sinkende Östrogenspiegel in den Wechseljahren wirkt sich negativ auf die Herzgesundheit aus, da das Hormon eine Schutzfunktion für die Blutgefäße hat. Man spricht von einer vasoprotektiven Wirkung. Frauen nach der Menopause sind daher besonders gefährdet. 

Stress und emotionale Belastungen 

Chronischer Stress und emotionale Belastungen wirken sich bei Frauen stärker auf die Herzgesundheit aus als bei Männern. Um das Herz zu entlasten, ist es wichtig, regelmäßige Auszeiten und Stressbewältigungsmethoden in den Alltag zu integrieren.

Unser Tipp: 

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Fazit 

Ein Herzinfarkt macht sich bei Frauen meist anders bemerkbar als bei Männern und wird deshalb oft zu spät erkannt. Die Kenntnis der spezifischen Symptome und Vorboten kann helfen, rechtzeitig zu handeln und das Risiko schwerer Schäden zu verringern. Vorbeugende Maßnahmen wie ein gesunder Lebensstil, regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen und der Abbau von Risikofaktoren sind entscheidend für eine gute Herzgesundheit. Einige Maßnahmen können Sie selbst ergreifen, so z. B. eine gesunde Ernährung, der Abbau von Stress, regelmäßige Bewegung und der Verzicht aufs Rauchen. 

  • Leitlinien: der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung e.V. (o. D.). https://leitlinien.dgk.org/ 
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Geprüft durch unser pharmazeutisches Team

Sofia Westermann, pharmazeutische Expertin

„Die Pharmazie ist eine faszinierende Wissenschaft. Ein ganz wichtiger Grund für mich, Apothekerin zu werden, war es, dass ich damit anderen Menschen helfen kann.“ 

Für Apothekerin Sophia Westermann ist Pharmazie nicht nur ein Beruf, sondern eine Passion. Menschen mit ihrem Wissen zu unterstützen, hat für sie oberste Priorität. Als pharmazeutische Expertin garantiert sie daher die Richtigkeit der Inhalte im apo Magazin und prüft diese vor einem wissenschaftlichen Hintergrund. 

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