Jährlich findet im November der Weltmännertag statt. Dieses Jahr fällt der Aktionstag für die Gesundheit von Männern auf den 3. November. Durch Aufklärungs-, Informations- und Beratungsangebote soll die Gesundheit von Männern gefördert werden. Aus diesem Anlass gibt es zahlreiche Veranstaltungen und Möglichkeiten zum Mitmachen sowohl online als auch in Ihrer Nähe.  

Worum es am Weltmännertag 2023 geht

Der Aktionstag soll weltweit Männer dazu ermutigen, sich intensiver mit Ihrer Gesundheit auseinanderzusetzten. Die Initiative wurde im Jahr 2000 von Forschern der Universität Wien ins Leben gerufen, da es bestimmte biologische Merkmale sowie Eigenheiten in Verhalten und Lebensweise gibt, aus denen sich Schwerpunkte für Männergesundheit ableiten lassen. 

Es gilt als gesicherte Erkenntnis, dass sich Männer statistisch betrachtet weniger gesundheitsbewusst verhalten als Frauen. Unter anderem trägt dieser Unterschied dazu bei, dass die Lebenserwartung von Männern in Deutschland etwa vier bis fünf Jahre geringer ausfällt als die der Frauen – weltweit ist dieses Muster ebenfalls erkennbar.  

Aktuelle Herausforderungen in der Männergesundheit:  

 

  • Oft lassen Männer dem eigenen Körper weniger Achtsamkeit zukommen und haben eine allgemein risikofreudigere Lebensweise als Frauen.

  • Männer nehmen weniger häufig Gesundheitsangebote wahr und gehen seltener zum Arzt als Frauen.

  • Die Ernährungsweise gilt bei Männern aus gesundheitlicher Perspektive als verbesserungswürdig. Ebenso spielt ein riskanter Alkoholkonsum eine Rolle. 

  • Depressionen und Überlastung werden bei Männern seltener festgestellt als bei Frauen, jedoch werden 75 % der Suizide von Männern begangen.

  • Nach wie vor haben auch traditionelle Rollenbilder Einfluss auf Verhaltensweisen von Männern und beeinflussen beispielsweise den Umgang mit Leistungsdruck, Stress und emotionalen Krisen.

  • Bestimmte schwerwiegende Erkrankungen treffen Männer stärker als Frauen. So erleiden Männer statistisch 10 Jahre früher einen Herzinfarkt als Frauen. Auch von anderen Herz-Kreislauf-Erkrankungen, wie etwa Arteriosklerose, sind sie häufiger betroffen. 

Wie können Männer Ihre Gesundheit verbessern?

Viele Empfehlungen für eine bessere Männergesundheit gelten generell für beide Geschlechter – Männer beherzigen diese statistisch gesehen allerdings weniger als Frauen. Im Vergleich zu den biologischen Faktoren, welche ebenfalls entscheidenden Einfluss auf die gesundheitlichen Unterschiede zwischen Männern und Frauen haben, sind die Lebensstilfaktoren sehr gut beeinflussbar.

  • Gesunde Lebensweise: Männer haben zwar einen höheren Grundumsatz und mehr Muskelmasse, sollten diesen Mehrbedarf an Energie allerdings nicht überschätzen, denn dieser beträgt nur rund 300 Kilokalorien pro Tag. Der höhere Energiebedarf rechtfertigt zudem keinesfalls die Art und Weise. Männer ernähren sich statistisch fett- und kalorienreicher als Frauen, wobei sich überschüssiges Fett bei Männern vor allem als sogenanntes viszerales Fett im Bauchbereich anlagert. Viszerales Fett, auch Unterhautfett genannt, sammelt sich so in der Bauchhöhle, um die Organe herum an. Dort beeinflusst es den Stoffwechsel, setzt unter anderem Entzündungsprozesse in Gang und trägt zu Bluthochdruck sowie einer Insulinresistenz bei. Je mehr viszerales Bauchfett vorhanden ist, desto größer ist das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen (Arteriosklerose, Herzinfarkt, Schlaganfall) und Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes mellitus. Achten Sie daher auf eine gesunde Ernährung mit viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukten sowie gesunden, ungesättigten Fetten und möglichst wenig industriell verarbeiteten, stark gezuckerten oder sehr fettigen Speisen und Lebensmitteln. Für eine gesunde Lebensweise ebenfalls entscheidend sind die Aufnahme von ausreichend Flüssigkeit, mindestens 2 Liter pro Tag und bestenfalls Wasser, sowie ausreichend Bewegung und/oder sportliche Aktivität.  

  • Alkoholkonsum reduzieren: Männer trinken generell mehr als Frauen. Das gilt für Alleinstehende, Verheiratete, Geschiedene und Witwer. Fast 21 % der Männer trinken fünf oder mehr alkoholische Getränke an mindestens vier Tagen in der Woche. Diese Statistik trifft dagegen nur auf 7 % der Frauen zu. Alkohol ist erwiesenermaßen gesundheitsschädlich und kann Erkrankungen von Leber, Bauchspeicheldrüse, Herz, Nervensystem und Muskulatur verursachen. Außerdem steigt das Risiko für bestimmte Krebsarten. Um Ihre Gesundheit zu fördern und erhalten, sollten Männer grundsätzlich so wenig Alkohol wie möglich zu Genusszwecken trinken. Zudem wird davor gewarnt persönliche Krisen und Schicksalsschläge mit Alkohol zu bekämpfen – in solchen Situationen sollten Sie unbedingt soziale Unterstützung zu Rate ziehen. 

  • Rauchverzicht: Das Rauchen von Zigaretten und Ähnlichem gilt als das größte vermeidbare Gesundheitsrisiko in Deutschland. Die negativen Folgen für den Körper sind ebenso zahlreich wie schwerwiegend und reichen von Herz-Kreislauf-Erkrankungen bis hin zu Lungenkrebs. Betrachtet man die deutsche Bevölkerung ab dem 18. Lebensjahr, sind 27 % der Männer Raucher. Zum Vergleich: Bei Frauen sind es knapp 21 %. Der Konsum von Zigaretten geht zwar insgesamt zurück, dennoch ist das Rauchverhalten nach wie vor ein Problemschwerpunkt. Nutzen Sie Informations-, und Hilfsangebote, um mit dem Rauchen aufzuhören. 

  • Vorsorge und regelmäßige Checks: Regelmäßige Kontrollen, Vorsorgeuntersuchungen und Checks tragen erheblich zur Erhaltung der Gesundheit und insbesondere zur Früherkennung von Erkrankungen bei. Während 60 % der Frauen regelmäßig zur Vorsorge gehen, sind es bei den Männern lediglich 24 %. Diese Zahl ist alarmierend niedrig, da explizit männliche Erkrankungen, wie Prostata- oder Hodenkrebs, keinesfalls reine Alterserkrankungen sind. Auch für die Herz-Kreislauf-Gesundheit spielen regelmäßige Kontrolle und Vorsorge eine wichtige Rolle. Besondere Aufmerksamkeit gilt auch dem Thema Erektionsstörungen. Dieses ist sehr schambehaftet, spielt aber eine wichtige Rolle bei der Früherkennung von Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko, da verstopfte Gefäße des Penis ein Anzeichen für verstopfte Herzkranzgefäße sein können. Trauen Sie sich bei anhaltenden Beschwerden oder Bedenken medizinischen Rat in Anspruch zu nehmen und lassen Sie sich nicht von langen Wartezeiten abschrecken.  

  • Soziale Beziehungen stärken: Stressige Lebensphasen, negative Gefühle und persönliche Krisen sind in der Regel ein unvermeidbarer Teil des Lebens. Dabei kommt es nicht nur darauf an, diese bestmöglich zu vermeiden, sondern bewusst mit Ihnen umzugehen. Die Gesundheit von Körper und Psyche sind untrennbar miteinander verbunden, dementsprechend wirken sich chronischer Stress, Einsamkeit, soziale Isolation und Überforderung stark auf die Gesundheit aus. Schlechte Laune und Aggression sind oft das wichtigste Anzeichen für eine Depression bei Männern. Für eine gesunde emotionale Regulation ist nicht nur mehr Selbstachtsamkeit wichtig, sondern auch sozialer Rückhalt von Freunden, der Familie oder in der Partnerschaft. Sich mitteilen, gegebenenfalls um Hilfe bitten und Emotionen offen zu kommunizieren ist schlussendlich förderlich für die Gesundheit und die Qualität der sozialen Beziehungen von Männern.   

Gut zu wissen

Plötzliche Gesundheitsprobleme wie auch chronische Symptome sollten nicht ignoriert werden. Nutzen Sie unseren Symptomchecker, um eine Ersteinschätzung Ihres Zustands zu erhalten und sich einen Überblick über mögliche Diagnosen zu verschaffen. Profitieren Sie von der schnellen, rund um die Uhr verfügbaren und kostenfreien Analyse Ihrer Gesundheitsdaten.  

Service Banner mit Verlinkung zum Symptomchecker

Geprüft durch unser pharmazeutisches Team

Felix Hoffman, pharmazeutischer Experte

An der Pharmazie fasziniert mich am meisten, wie alles zusammenspielt. Von Zusammenhängen im Stoffwechsel hin zur Einnahme von Medikamenten. Wer sich damit auskennt, kann sein Leben positiv beeinflussen.“ 

Felix Hoffmann lebt für die Pharmazie und bringt eine große Expertise in der Beratung mit. Mit seinem fundierten Wissen garantiert er die hohen Qualitätsstandards der pharmazeutischen Inhalte auf apo.com. 

Wichtiger Hinweis: Unsere Artikel und Grafiken werden von unserem Expertenteam für chronische Erkrankungen überprüft. Grundlage sind stets seriöse Quellen, wissenschaftliche Artikel, Leitlinien und ärztliche Aussagen. Die Inhalte werden in regelmäßigen Abständen aktualisiert und dienen weder der Selbstdiagnose noch ersetzen sie einen Arztbesuch.