Mit 19 Jahren bereiten sich andere auf das Abitur vor, machen Pläne für die Zukunft und verbringen die letzten Schuljahre unbeschwert mit ihren Freund:innen. Für Klaudia war das die Zeit, als sie die Diagnose Colitis ulcerosa erhielt und ihr Leben plötzlich von starken gesundheitlichen Einschränkungen geprägt war. In ihrem persönlichen Erfahrungsbericht erzählt sie, wie sie mit der Diagnose umgegangen ist und was ihr dabei besonders geholfen hat.
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Ich heiße Klaudia, ich bin 26 Jahre alt und vor sieben Jahren wurde ich mit Colitis ulcerosa diagnostiziert. Zuerst wusste ich auch gar nicht, warum ich diese spontanen Bauchkrämpfe habe, warum ich Blut im Stuhl habe, warum ich nicht mehr essen kann, ohne dass ich danach psychisch und körperlich belastet bin. Zuerst wusste ich nicht, was diese Krankheit überhaupt bedeutet, was ich für Konsequenzen haben werde und ich wusste auch nicht, wie man das behandeln kann, geschweige denn heilen.
Ich wurde von drei bis vier Kliniken zuerst abgewiesen und mir wurde einfach gesagt, dass ich nur eine Grippe habe und dass es in drei Wochen schon besser sein wird. Es wurde mir nicht besser, es wurde eigentlich nur schlimmer. Durch das viele Blut im Stuhl habe ich auch sehr viel Blut verloren. Ich habe nichts mehr gewogen, ich konnte nichts mehr essen und es hat sehr lange, zu lange gedauert, bis ich die richtige Medikation für mich gefunden habe. Und das Schlimmste war eigentlich, dass ich zu der Zeit in der 11. Klasse war, kurz vor den Abiturprüfungen. Ich habe sehr viel in der Schule verpasst.
Diagnose Colitis ulcerosa – und nun?
Bevor ich die Diagnose Colitis ulcerosa erhalten habe, war ich erst mal 14 Tage im Krankenhaus. Es wurden verschiedene Untersuchungen gemacht, verschiedene Medikamente ausprobiert und erst nach ungefähr zwei Wochen wurde es herausgefunden. Und danach wurde ich dann nach Hause geschickt. Ich habe das Haus nicht verlassen, ich war nur zu Hause mit meinen Eltern. Meine Eltern haben, vor allem meine Mama hat versucht, mich ein bisschen aus der Wohnung rauszuschaffen. Also ich hatte keine Symptomatik mehr, aber trotzdem war ich psychisch belastet.
Leben mit Colitis ulcerosa
Ich kann mich noch daran erinnern, dass es damals eine Messe gab in Leipzig. Und das hat mich auch schon vor meiner Erkrankung sehr interessiert und deswegen wollten wir das auch nicht ausfallen lassen. Ich konnte aber nicht so richtig laufen und meine Mama hat mich dann sehr motiviert mit ihren Worten und hat mir dann in kleinen Tupperdosen bisschen Snackereien zusammengestellt und dann sind wir zusammen zu dieser Messe gefahren. Und sie sind komplett auf meine Bedürfnisse eingegangen. Wir haben kleine Pausen gemacht. Ich musste ab und zu ein bisschen was essen – so kleine Weintrauben, kleine Brotstücke oder was weiß ich, solche Kleinigkeiten.
Und so ging es mir die nächsten paar Wochen, dass meine Eltern mir da ganz, ganz doll die Unterstützung gegeben haben. Sowohl psychisch als auch körperlich. Und in der Schule habe ich das dann auch mit den Lehrern besprochen und die waren auch super nachsichtig. Mir wurde auf jeden Fall sehr, sehr gut geholfen. Ich habe versucht, es mit Humor zu nehmen, weil ich ja eigentlich ein sehr froher, lebensfröhlicher Mensch bin. Also Colitis ulcerosa tritt in Schüben auf und manchmal geht’s mir gut, manchmal geht’s mir schlecht, manchmal geht’s mir drei Jahre lang gut, manchmal geht’s mir wochenlang richtig schlecht. Aktuell geht’s mir sehr gut.