Der internationale Frauentag am 8. März würdigt und feiert die Errungenschaften von Frauen weltweit und weist auf die lange Geschichte des Kampfes für die Gleichberechtigung hin. Untrennbar mit dem Thema Geschlechtergerechtigkeit verbunden, ist das Thema Frauengesundheit, da der Repräsentation von explizit weiblichen Gesundheitsfragen eine besondere Rolle in der Gesellschaft zukommt. Der internationale Frauentag will das Gesundheitsbewusstsein von Frauen generell stärken und zur Auseinandersetzung mit dem eigenen Körper und dessen Besonderheiten motivieren. Dabei stehen Prävention und ein geschlechterspezifischer Umgang mit Erkrankungen im Mittelpunkt.
Frauengesundheit fördern mit Achtsamkeit, Prävention und Handlungswillen
Den Umständen nicht ausgeliefert sein, sondern selbst aktiv werden – darum ging es auf dem traditionsreichen Weg der erstrittenen Erfolge der Frauenbewegung häufig, egal, ob es das Wahlrecht, Zugang zum Arbeitsmarkt oder sexuelle Selbstbestimmung betrifft. In Gesundheitsfragen gilt dieser Grundsatz gleichermaßen, denn Frauengesundheit muss sowohl im persönlichen Leben als auch in der Gesellschaft angemessen berücksichtigt werden. Mit diesem Beitrag möchten wir Sie, im Einklang mit dem diesjährigen Motto des internationalen Frauentages „austauschen, feiern, informieren“, dazu ermutigen, Ihr Wissen um den weiblichen Körper zu erweitern, Mitmenschen aufzuklären und frauenbezogene Gesundheitsangebote zu nutzen, zu verbreiten und mitzugestalten. Betrachten Sie den Aktionstag als Startschuss, Ihre Gesundheit in den Fokus zu rücken. Wir bieten hierfür eine Übersicht zu häufigen Diagnosen in der Frauengesundheit.
Brustkrebs: Früherkennung als Schlüssel zur Behandlung
Brustkrebs ist eine der häufigsten Krebsarten bei Frauen weltweit. Für Betroffene sind Früherkennung durch regelmäßige Selbstuntersuchungen der Brust und mammographische Screenings für die erfolgreiche Behandlung entscheidend. Je früher Brustkrebs erkannt wird, desto besser sind die Heilungschancen. Da es sich um eine Erkrankung handelt, die oft schmerzfrei verläuft, ist die Prävention umso bedeutender. Nutzen Sie Vorsorgemöglichkeiten und suchen Sie unbedingt ärztlichen Rat, wenn Sie folgende Anzeichen bei sich feststellen:
- Tastbare Knoten oder Verhärtungen in der Brust
- Beim Anheben der Arme fallen die Brüste unterschiedlich
- Eine Brustwarze ist nach innen gezogen
- An der Haut der Brust oder der Brustwarze treten Veränderungen auf
- An den Brustwarzen tritt blutige, eitrige oder klare Flüssigkeit aus
- Schmerzen oder Ziehen in der Brust ohne ersichtlichen Grund
Als Betroffene sind Sie nicht allein. Es gibt zahlreiche Unterstützungsgruppen und Beratungsstellen, die Ihnen in dieser schwierigen Zeit beistehen können.
Gut zu wissen
Gesetzlich krankenversicherte Frauen haben, abhängig vom Alter, einen Anspruch auf eine Reihe von Vorsorgeuntersuchungen. Dazu zählen unter anderem:
- Jährliche Genitaluntersuchung (Pap-Abstrich) zur Früherkennung von Krebserkrankungen (ab 20 Jahren)
- Jährlicher Test auf eine Chlamydien-Infektion (bis 25 Jahre)
- Jährliche Brust- und Hautuntersuchung zur Krebsprävention (ab 30 Jahren)
- Kombiniertes Screening aus zytologischer Untersuchung und HPV-Test (ab 35 Jahren)
- Jährliches Darmkrebs-Screening (ab 55 Jahren)
- Einladung zum Mammographie-Screening alle zwei Jahre (ab 50 bis 75 Jahre)
Osteoporose: Ihre Knochen stärken
Frauen sind mehr als drei Mal so häufig von Osteoporose betroffen wie Männer. Während das Erkrankungsrisiko sowohl für Frauen als auch für Männer vor dem 45. Lebensjahr noch unter 1 % liegt, steigt es insbesondere bei Frauen nach den Wechseljahren mit zunehmendem Alter an. Im Alter ab 65 Jahren sind etwa 24 % der Frauen von Osteoporose betroffen. Osteoporose ist eine chronische Erkrankung der Knochen, die mit einem erhöhten Risiko für Frakturen einhergeht. Ursache ist ein verringerter Mineralgehalt der Knochen, daher zielen Prävention und Behandlung vor allem darauf ab, die Knochensubstanz zu erhalten und die Gefahr von Knochenbrüchen zu reduzieren.
- Achten Sie auf eine generell ausgewogene Ernährung, die außerdem eine ausreichende Versorgung der für den Knochenstoffwechsel benötigten Nährstoffe Kalzium und Vitamin D gewährleistet. Vermeiden Sie Untergewicht oder Mangelernährung sowie Alkohol und Zigaretten.
- Körperliche bzw. sportliche Aktivität ist ein entscheidender Faktor für die Gesundheit des Bewegungsapparates einschließlich der Knochen. Bewegung im Freien fördert außerdem die körpereigene Vitamin-D-Produktion.
- Erkrankungen wie rheumatoide Arthritis, Morbus Bechterew oder bestimmte Hormonstörungen gehen mit einem erhöhten Risiko für Osteoporose einher. Dies sollte bei der Therapie miteinbezogen werden.
- Gegebenenfalls ist die Einnahme von Medikamenten, die den Knochenabbau hemmen (beispielsweise Bisphosphonate oder Denosumab) eine geeignete Therapieoption.
- Die Vorbeugung von Stürzen und Unfällen ist für Menschen mit Osteoporose besonders wichtig. Stolperfallen wie rutschende Teppiche oder herumliegende Kabel sollten vermieden werden.
Obwohl die Knochenmasse mit fortschreitendem Alter abnimmt, ist Osteoporose keineswegs unausweichlich, sofern Sie Ihre allgemeinen Knochengesundheit frühzeitig im Blick haben.
Gut zu wissen
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Endometriose: Symptome ernst nehmen und behandeln lassen
Endometriose ist eine Erkrankung, bei der das Gewebe, das normalerweise die Gebärmutter auskleidet, sich krankhaft außerhalb der Gebärmutterhöhle ausbreitetet, etwa in den Beckenbereich, den Darm oder sogar in die Lunge. Endometriose ist eine der häufigsten gynäkologischen Erkrankungen, an der in Deutschland schätzungsweise 40.000 Frauen jährlich neu erkranken. Häufige Symptome sind Unterleibsschmerzen, starke Menstruationsblutungen, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, Blasen- oder Darmprobleme sowie, je nach Schweregrade, sogar Unfruchtbarkeit. Endometriose wird oft verkannt, daher sollten Sie derlei Beschwerden nicht einfach als gegeben betrachten, sondern diese ärztlich abklären lassen. Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung beugt einer Verschlimmerung vor und kann die Ihre Lebensqualität erheblich erhöhen.
Periodenbeschwerden: Den Körper verstehen und unterstützen
Periodenbeschwerden sind ein häufiges Problem, das viele Frauen betrifft, aber oft nicht ausreichend beachtet wird. In vielen Fällen werden sie als Normalzustand hingenommen, obwohl es Möglichkeiten gibt sie zu lindern. Chronische Unterleibsschmerzen sind oft sehr belastend und im Alltag einschränkend und die Ursachen bleiben oft unklar. Gutartige Tumore (Myome) oder Endometriose können ebenso wie psychische Faktoren dahinterstecken. Es hilft, den weiblichen Körper als Ganzes zu betrachten und das Zusammenspiel von Zyklus, Psyche und allgemeiner Gesundheit so gut wie möglich zu verstehen. Mit dieser Perspektive können Sie, gemeinsam mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin aus einem breiten Spektrum an Therapieoptionen schöpfen. Dazu zählen Wärmebehandlungen, physiotherapeutische und psychotherapeutische Maßnahmen, Entspannungs- und Stressbewältigungstechniken sowie falls nötig Medikamente oder chirurgische Maßnahmen.
Wechseljahre: Veränderungen annehmen und bewältigen
Die Wechseljahre markieren eine Lebensphase, in der sich die Hormonproduktion des weiblichen Körpers umstellt. Daraus folgen körperliche Veränderungen, wie ein seltenerer Eisprung und eine unregelmäßige oder ausbleibende Regelblutung. Das Erleben der Wechseljahre ist individuell und wird stark von persönlichen sozialen und psychologischen Faktoren beeinflusst. Für etwa ein Drittel der Frauen ist die sogenannte Menopause ein stark belastendes, mit Schmerzen einhergehendes Ereignis. Leiden Sie unter starken Beschwerden, sollten Sie ärztlichen Rat einzuholen, um die Ursache zu klären. Die Symptome sind dabei vielfältig, wobei nur Hitzewallungen als spezifisches Symptom der hormonellen Veränderungen gelten. Stimmungsschwankungen oder Schlafprobleme gelten eher als indirekte Folgen. Des Weiteren steigt in den Wechseljahren das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Osteoporose. Ein sowohl körperlich wie auch mental gesundheitsfördernder Umgang mit dem eigenen Älterwerden ist eine wichtige Lebensaufgabe. Dementsprechend sollten Sie sich umfassend informieren, Wert auf die richtige Lebensart legen und bei Bedarf Beratungs- und Gesundheitsangebote wahrnehmen.
- https://www.dgb.de/schwerpunkt/internationaler-frauentag-weltfrauentag
- https://www.frauengesundheitsportal.de/themen/osteoporose/
- https://www.frauengesundheitsportal.de/themen/endometriose/
- https://www.frauengesundheitsportal.de/themen/chronische-unterleibsschmerzen/
- https://www.rheuma-liga.de/rheuma/krankheitsbilder/osteoporose
- https://www.frauengesundheitsportal.de/themen/wechseljahre/
- https://www.usz.ch/krankheit/endometriose/
- https://www.endometriose-vereinigung.de/was-ist-endometriose/
- https://www.rki.de/DE/Content/GesundAZ/F/Frauengesundheit/GBE-Broschuere.pdf?__blob=publicationFile
- https://www.bundesgesundheitsministerium.de/service/begriffe-von-a-z/f/frauengesundheit
- https://www.rheumaliga.ch/rheuma-von-a-z/morbus-bechterew
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„An der Pharmazie fasziniert mich am meisten, wie alles zusammenspielt. Von Zusammenhängen im Stoffwechsel hin zur Einnahme von Medikamenten. Wer sich damit auskennt, kann sein Leben positiv beeinflussen.“
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